Studien haben gezeigt, daß Chinchillas theoretisch mit einem absoluten Minimum an Wasser auskommen können, daß sie bei entsprechendem Nahrungsangebot auch nahezu ausschliesslich über das Futter (Sukkulenten) beziehen können. Das bestätigt altes Wissen, der Ureinwohner in Chile zum Chinchilla. Es ist allerdings nicht ratsam das für unsere Chinchillas als Heimtiere zu imitieren:
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In der Natur beziehen Chinchillas ihren Flüssigkeitsbedarf (→ Wasser und Trinkquellen) aus Sukkulenten und vom morgendlichen Tau. Beides ist Flüssigkeit von höchster Qualität, frei von Umweltverschmutzung und hoch im Gehalt von lebenswichtigen Mineralstoffen.
In der Zucht und Heimtierhaltung gibt es bis dato nur begrenzt Studien zum optimalen Flüssigkeitsangebot für Chinchillas. Die Basis ist und bleibt nach wie vor regluläres Trinkwasser. Mögliche Zusätze zum Trinkwasser (Vitamine, Essig, Obstsaft, etc.) werden weiter unten noch genauer besprochen.
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Die Qualität des Wassers
In Deutschland haben wir im grossen und ganzen Glück mit den Wasserquellen und der Qualitätskontrolle unseres Trinkwasser. Das ist nicht selbstverständlich, denn z.B. in Ländern der Dritten Welt, aber auch in den weniger erschlossenen Teilen von Kanada, und USA, sind Chinchillazüchter gezwungen spezielle Filteranlagen in die Trinkwasseranlage einzubauen bzw. das Wasser jedesmal zuerst vorher abzukochen, damit ihre Chinchillas nicht über das Trinkwasser mit Krankheitserregern infiziert werden. Die Trinkwasserkontrollen in Deutschland sorgen dafür, daß unser Leitungswasser frei von Giardien, Malaria und anderen schwerwiegenden Krankheitserregern ist. Natürlich ist auch unser Wasser nicht ganz keimfrei, das soll und muss es auch nicht sein bei einem gesunden Chinchilla Bestand. Fakt ist, man kann in Deutschland grundsätzlich Leitungswasser für die Chinchilla Versorgung verwenden.
Die Rohrleitungen und Zulieferquellen
Auch gutes Wasser bekommt negative Eigenschaften, wenn es durch alte, vergammelte und verschmutzte Rohrleitungen fließt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie es um die Rohre in ihrem Gebäude bestellt ist, dann sollten Sie lieber auf stilles Mineralwasser als Alternative zum Leitungswasser zurück greifen. Regionale Unterschiede im Trinkwasser zeigen sich auch in der Schwermetall-Belastung. Eine deutschlandweite Studie des Umweltbundesamtes hat festgestellt, daß rund 3% der Haushalte mit Kindern das Trinkwasser zuviel Blei enthält. Grund für die Belastung des Wassers sind Leitungen aus Blei. Vor allem in Nord- und Ostdeutschland kommen diese in vielen Altbauten vor. Sie sollten im ganzen Gebäude durch neue Rohre aus Materialien wie Kunsstoff, Edelstahl oder Kupfer ersetzt werden. Die Aufnahme auch nur geringer Mengen des Schwermetalls über eine längere Zeit beeinträchtigt und schadet der Blutbildung und der Intelligenzentwicklung bei Ungeborenen und Kindern. Im vergangenen Jahr wurde zudem festgestellt, daß in 150 von 8000 bundesweiten Proben die Uran-Konzentration im Trinkwasser zu hoch ist. Das hat die Organisation Foodwatch herausgefunden. "Uran im Trinkwasser hat toxische Wirkung. Das schädigt die Nieren", sagte Foodwatch-Chef Bode. Nicht umsonst gebe es den Richtwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter.
ErfahrungsWissen aus der Pelztierzucht
Auch an dieser Stelle wiederum altes (bewährtes) Wissen aus der Pelztierzucht in Übersee wie wir es auf CI ohne Pelzhintergrund vermitteln können. Hier weiss man seit langem, daß Schwermetalle unseren Chinchillas gesundheitlich sehr schaden können. Nicht umsonst haben die Herstelle von Alice Kline Pellets spezielle Absprachen mit den Mühlung etabliert, daß vor der Pressung von Chinchillas Pellets keine für Schweine gefertigt werden dürfen und wenn dann nur nach einer kompletten Grundreinigung der Anlagen. Der Grund: in Schweinepellets sind deutlich mehr Schwermetalle im Futter enthalten wie es für Chinchillas bereits gesundheitsgefährdend sein kann. Was in den Pellets nicht gut ist, das ist es auch im Wasser nicht. Daher bitte Hersteller und Werte in den verschiedenen Produkten von stillem Mineralwasser auf dem Markt vergleichen und auf den Anteil von Schwermetallen und insbesondere auch auf bei der Wasserversorgung in der Chinchilla Haltung achten!
Auszug aus der Fachzeitschrift Chinchilla Post (1956-2002)- Elisabeth Wehrend, Deutschland:
Das Wasser sollte frisch und von guter Qualität sein. Ob stark kalkhaltiges Wasser günstig ist oder eher ungünstig für unserer Tiere, ist umstritten. Zahnanomalien werden gelegentlich mit der Wasserhärte in Verbindung gebracht.
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Die Wasserqualität kommt nur zum Tragen, bei entsprechender Hygiene. Dazu gehört:
ErfahrungsWissen aus der Pelztierzucht
Auch hier wieder ein Beispiel aus der Praxis und aus altem Züchter-Wissen wie wir es auf CI kennen. Natürlich wäre es gerade für Großzüchter viel bequemer die Hygiene Maßnahmen für die Wasserversorgung zu rationalisieren. Ungeachtet dessen hat z.B. THE MAN in der weltweiten Chinchillazucht, R. Shoots, darauf verzichtet und er und seine Frau haben über Jahrezehnte hinweg täglich rund 3000 Wasserflaschen desinifiziert und mit frischem Wasser erneuert. Dahinter stehen entsprechende Erfahrungswerte, daß solche Maßnahmen trotz des immensen Arbeitsaufwandes sinnvoll sind für die Gesundheit einer Chinchilla Herde.
Stilles oder lebendiges Wasser?
Wie wir oben gesehen haben, ist in Deutschland die Trinkwasserqualität so gut, daß grundsätzlich Leitungswasser für unsere Chinchillas eine gute Quelle darstellt. Mitunter sogar eine bessere als manches stille Wasser. Denn das muss keineswegs die Luxusvariante für unsere Chinchillahaltung sein. Wie der Name schon sagt: es ist stilles, abgefülltes Wasser. Ich gehöre z.B. zu den Anhängern von "altem Wissen", das oft nur mündlich überliefert wurde und einen Fokus auf "lebendiges" Wasser legt. Leider können wir für unsere Heimtierchinchillas keine Bächlein oder frischen Tau in die Käfige zaubern, aber Wasser frisch aus der Leitung und täglich erneuert wird im allgemeinen mehr Vitalität zugesprochen als stillem Mineralwasser. Wie gesagt, das ist auch Ansichtssache und eine Frage der persönlichen Überzeugung.
Die unterschiedliche Qualität beim Mineralwasser
Fakt ist die unterschiedliche Qualität von stillem Mineralwasser. Es muss nicht immer Evian sein! Aber es lohnt sich auch bei stillem Mineralwasser für unsere Chinchillas genauer auf die Qualität zu achten. Zum Beispiel auch hier den direkten Vergleich verschiedener Marken auch im Hinblick auf den Anteil von Schwermetallen vorzunehmen. Allerdings sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nur für Mineralwasser, das zur Herstellung von Babynahrung verwendet wird, strenge Vorschriften gelten was z.B. die Belastung von Schwermetallen wie Uran anbelangt.
Wie wir eingangs gesehen haben ist unser Wasser - Leitungswasser oder stilles Mineralwasser - nur ein eingeschränkter Ersatz für die Flüssigkeitsquellen von Chinchillas in der Natur. In der Chinchillazucht sind eine Reihe von Trinkwasserzusätzen zum Einsatz gekommen. Diese sind wie folgt:
Die Quellen und Mengenangaben (s. unten)
Wie so oft macht es die richtige Dosis und der Bedarfsfall, ob der Einsatz sinnvoll oder kontra-produktiv ist. Die oben genannten Zusätze zum Trinkwasser stellen bereits eine Auswahl durch CI dar, nämlich jener Zusätze, die sich in der Chinchillahaltung über bestimmte Zeiträume als sinnvoll gezeigt und bewährt haben. Wie der Name schon sagt, sind es Zusätze, keine permanenten Bestandteile und keine Dauergaben. Wer seinem Chinchilla täglich eine "Apfelschorle" verabreicht, der/sie darf sich nicht zu wundern, wenn das Chinchilla irgendwann mit den Zähnen an Karies erkrankt oder zu Hefepilzen neigt. Zwischen ständiger Apfelsaft-Gabe und übertriebener Leckerlie-Süß-Gabe besteht auf Dauer kein Unterschied. Beides ist für Chinchillas nicht artgerecht und im Übermaß schädlich für ihre Gesundheit. Die sinnvolle Frage ist daher: Was, wieviel und in welcher Situation?
Die Quellen
Die Quellen und Mengenangaben beziehen sich auf Darstellungen in der Fachliteratur wie z.B. der deutsch-sprachigen Fachzeitschrift Chinchilla Post (1956-2002) und auf meinen direkten persönlichen Gesprächen mit Fachleuten, sprich den "alten Hasen" in der Chinchillazucht in Übersee, die mir ihre "Tipps & Tricks" und ErfahrungsWissen anvertraut haben, wie z.B. den gezielten und sinnvollen Einsatz von Apfelsaft und Cranberry Saft (s. o.). Diese Tipps wurden in Deutschland erstmals von mir (CAM) öffentlich auf dem deutsch-sprachigen Internet auch an andere HobbyhalterInnen und Züchter zum Nutzen aller weiter gegeben.
Erstaunlich aber wahr!
2003 / 2004 wurde ich manchen Vertretern aus der Hobbyszene, Interessenlobbyisten und Mitgliedern von Interessengemeinschaften dafür noch massiv infrage gestellt und kritisiert. Mittlerweile scheinen diese Tipps von mir jedoch zum Standard-Repertoire auf HPs und InfoSeiten zum Chinchilla zu gehören und nicht mehr wegzudenken zu sein?!!!
Ausblick
Auf CI wird & wurde stets von uns geprüftes Wissen aus Primär- und echten Fachquellen vermittelt. Dem entsprechen die obigen Angaben als Erfahrungswerte aus "altem" Züchterwissen. Neuere Erkenntnisse aus validen Quellen von anderen InfoSeiten werden hier jedoch in Zukunft gerne zusätzlich berücksichtigt.