CHINCHILLA INTERNATIONAL seit 2005 (CI)

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DER ALLGEMEINE CHECK-UP

Ein fachkundiger Rundum Check bei einem Tierarzt gehört zum Pflichtprogramm. Und dies spätestens vor der Beendigung der Quarantäne und die Verpaarung mit Stammtieren. Zu einem ersten Check gehört unter anderem:

  • Beurteilung des Gesamtzustandes
  • Kontrolle der Zähne -> Otoskop
  • Kontrolle des Herzen -> Stethoskop
  • Kontrolle der Körpertemperatur
  • Kontrolle des Gewichts
  • Kontrolle der Haut auf Pilz und Verletzungen
  • Kontrolle des Genital- und Afterbereichs auf Ausfluß (Weibchen) und Penisring (Böckchen)
  • Kotanalyse (ich bevorzuge für meine Chins diese direkt, sofort vor Ort unter dem Mikroskop)

MEINE TIPPS & TRICKS BEI DER VERABREICHUNG VON MEDIKAMENTEN FÜR CHINCHILLAS

ALLGEMEINES ZU MEDIKAMENTEN UND VERABREICHUNG

Bei Erkrankung bekommt der Chinchilla Halter meist Flüssigkeit, Tabletten mit. Ich bevorzuge immer eine exakte individuelle Gabe. D.h. nicht pauschal über das Trinkwasser oder über das Futter gestreut (ungenaue Gabe).

  • Tabletten erweisen sich aufgrund des geringen Körpergewichts und der minimalen Dosierung oft als schwierig. Hilfreich ist ein spezieller Tablettenmörser und die Gabe in einer Rosine.
  • Flüssige Medikamente: Lassen sich gut mit einer kleinen 1 ml-Einmalspritze verabreichen. Direkt hinter den Schneidezähne und noch vor den Backenzähnen ist ein Lücke. Setzt man die Spritze dort an, läßt sich das Medikament problemlos verabreichen. Viele Medikamente schmecken bitter und Chinchillas wehren sich, wenn sie verabreicht bekommen.

    Wie es leichter geht, erfahren Sie hier unter
    MEINE TIPPS & TRICKs
2004 habe ich erstmals für das deutsch-sprachige Internet eine Zusammenfassung von internationalen Tipps & Tricks inkl. meiner eigenen Erfahrungen bei der Medikamentengabe gepostet. Vieles wurde seither von anderen Chinchillahaltern auf ihren Homepages und Beiträgen davon übernommen. Auch für mich haben sich meine damaligen Vorgaben ( CI / CAM) auch noch rund 5 Jahre später und bis heute bewährt.
Hier der ursprüngliche Beitrag von mir von 2004 mit kleinen Überarbeitungen.

Beitrag und Information: von ClaudiaM am: Fr Feb 06, 2004
(auf Senhen Forum, das leider im Original und ursprünglichen Qualität nicht mehr existiert. Daher auch keine Verlinkung)
Titel: Medikamentengabe - Tipps und "Tricks"

Hallo alle, ich dachte mir ich teile mal ein bisschen meine Erfahrung... Ich persoenlich bevorzuge eine „direkte“ Gabe der exakten Dosierung des Medikaments ueber einen kurzen und begrenzten Zeitrahmen (5-7 Tage). Die meisten Chins lassen sich nicht gerne lange halten. Das hat nichts mit mangelndem Vertrauen zu tun, sondern mit dem freiheitsliebenden Wesen dieser Tiere. Damit die Behandlung trotzdem nicht zum Stress wird hier ein paar Tipps und „Tricks“:

Vorbereitung

  • Medikament handwarm verabreichen (nicht direkt aus Kuehlschrank)
  • Medikament waehrend ihrer Wachzeit geben (ab 19:00 Uhr)
  • Routine: Medikament in regelmaessigen Abstaenden und zur gleichen Zeit eingeben
  • Chin mit dem Ruecken an die Brust legen. So spuert es den Herzschlag des Halters, und das beruhigt das Tier.
  • Hinterlaeufe ebenfalls durch die Hand abstuetzen.
  • Manche Halter haben gute Erfahrung damit gemacht das Tier in ein Handtuch zu huellen. Ich bevorzuge eindeutig Fleecedecken

Praxis:

  • Zuechter-"Trick": Etwas Apfelsaft ins Medikament mischen! Chins lieben das!!! So macht Medikamenteneinnahme Spass.
    (Wichtig: Apfelsaft ungesuesst und ohne Zusaetze. Mit TA zuvor abklaeren, ob Apfelsaft keine chemische Reaktion mit Medikament eingehen kann (selten). Nur in kleinen Mengen zugeben).
  • Zuerst das Medikament, zuletzt den Apfelsaft in die Spritze ziehen. So ist bereits ein guter "Vorgeschmack" dran.
  • Gabe ueber sogenannte „Einmalspritzen“ aus Plastik mit stumpfen Ende. Bei mir haben sich die mit 1 ml Volumen bewaehrt. Gibt es in jeder Apotheke (ca. 10 Cent/Stueck).
  • Eingabe: Zwischen Schneidezaehnen und Backenzaehnen haben Chins eine relativ grosse Luecke. Diese Stelle ist ideal fuer die Eingabe des Medikaments. Das Medikament kommt so direkt auf die Zunge.

Merke:

  • Mit oben genannten „Tricks“ geht es in meiner Erfahrung auch ohne Mithilfe prima!
  • Keine Angst vor Vertrauensverlust: Wenn zum Chin bereits VOR der Behandlung ein Vertrauensverhaeltnis aufgebaut wurde, dann wird sich daran nichts aendern. Das Chin wird auch NACH der Behandlung seinem Halter weiterhin vertrauen. Chinchillas sind sehr kluge und sensible Tiere. Sie merken genau, wenn versucht wird ihnen zu helfen und ihnen Gutes zu tun
  • Launen / Unmut: Chins koennen schlechter Laune sein, und dies auch aeussern wenn sie festgehalten werden (wiggeln, fiepsen usw...). Manche mehr, andere weniger. Meine Meinung, ein Tier hat genauso ein Recht wie jeder andere seinen Unmut ueber etwas zu aeussern. Das ist eine Gemuetsregung und legt sich wieder!

Die oben genannten Tipps und „Tricks“ gelten fuer jede Form von direkter Medikamentengabe z.B. auch bei Giardienbehandlung!!! Diese muss in meiner Erfahrung keineswegs zum Stress fuer Mensch und Tier werden, wenn man ein paar einfache Dinge beachtet.
Hoffe es hilft dem einen oder anderen...

TRANSPORT VON CHINCHILLAS

In diesem Kapitel geht es nicht um Ankauf, Verkauf und Verschiffung von Chinchillas, sondern um den unmittelbaren Transport zum Tierarzt. Hier gilt es Folgendes zu berücksichtigen:

  • Transport und TA Termin zu den Wachphasen = Aktivitätsphasen der Chinchilla (in der Früh und am frühen Abend)
  • Temperatur im Auto beachten (gegf. im Sommer Klimaanlage bzw. im Winter die Heizung einschalten)
  • gewohntes Futter mitgeben falls das Chinchilla für längere Zeit zur Beobachtung in der Praxis / Klinik bleiben muss
  • bei sehr verbundenen Tiere oder ängstlichen Partnertieren, auch das gesunde Chinchilla zusammen mit seinem Chinfreund mitnehmen
  • Leckerlie nach der Behandlung ist erlaubt, um den Besuch beim TA positiv zu konditionieren.
  • Die richtige Transportbox verwenden
Und noch eine Anmerkung zum Schluß. Chinchillas sind so puschelig und süß aus, darüber vergißt man schnell, daß sie nur halb-domestizierte Wildtiere sind. Wildtiere müssen mit besonderer Behutsamkeit und Vorsicht rund um eine tierärztliche Behandlung umsorgt werden (z.B. Rehe und andere Fluchttiere mit geringerem Domestikationsstatus), weil diese für sie ungleich mehr Streß bedeutet als für die meisten unserer lang domestizierten Haustiere. Es ist daher absolut sinnvoll in manchen Fällen von einem Transport abstand zu nehmen und stattdessen die Kosten für einen Hausbesuch vom Tierarzt zu investieren. Es kann dem Chinchilla die nötigen Kraftreserven sparen helfen und maßgeblich zur Gesundwerdung beitragen.
  • Verzicht auf Transport zugunsten von Hausbesuch vom Tierarzt in individuellen Einzelfällen

DIE RICHTIGE TRANSPORTBOX FÜR CHINCHILLAS

     

Eine "gute" Transport Box für alle Situationen (Abholung vom Züchter, Flug, etc) erfüllt folgende Kriterien:

  • Stabilität, Grösse, Ausstattung
  • Verschluss ist aus Metall nicht aus Plastik
  • Plastik ist so stabil, daß es kaum benagbar ist bzw. die Chins aufgrund der Festigkeit die Lust am Nagen vergeht
  • Oben keine Einsicht (arttypischer Stress Schatten von Oben wahrzunehmen → Natürliche Fressfeinde, Flugvögel)
  • Gute Luftzirkulation durch Seitengitter und Luftlöcher auf der Rückseite
  • Innen ausgelegt mit saugfähigem Material (Pipi Auffänger)

Davon abgesehen verwende ich für die Heimholung neuer Chinchillas mit speziellen Bedürfnissen ganz spezielle Tragetaschen.
Dazu mehr an anderer Stelle...