ALLGEMEINES ZU MEDIKAMENTEN UND VERABREICHUNG
Bei Erkrankung bekommt der Chinchilla Halter meist Flüssigkeit, Tabletten mit. Ich bevorzuge immer eine exakte individuelle Gabe. D.h. nicht pauschal über das Trinkwasser oder über das Futter gestreut (ungenaue Gabe).
- Tabletten erweisen sich aufgrund des geringen Körpergewichts und der minimalen Dosierung oft als schwierig. Hilfreich ist ein spezieller Tablettenmörser und die Gabe in einer Rosine.
- Flüssige Medikamente: Lassen sich gut mit einer kleinen 1 ml-Einmalspritze verabreichen. Direkt hinter den Schneidezähne und noch vor den Backenzähnen ist ein Lücke. Setzt man die Spritze dort an, läßt sich das Medikament problemlos verabreichen. Viele Medikamente schmecken bitter und Chinchillas wehren sich, wenn sie verabreicht bekommen.
2004 habe ich erstmals für das deutsch-sprachige Internet eine Zusammenfassung von internationalen Tipps & Tricks inkl. meiner eigenen Erfahrungen bei der Medikamentengabe gepostet. Vieles wurde seither von anderen Chinchillahaltern auf ihren Homepages und Beiträgen davon übernommen. Auch für mich haben sich meine damaligen Vorgaben ( CI / CAM) auch noch rund 5 Jahre später und bis heute bewährt.
Hier der ursprüngliche Beitrag von mir von 2004 mit kleinen Überarbeitungen. Beitrag und Information: von ClaudiaM am: Fr Feb 06, 2004
(auf Senhen Forum, das leider im Original und ursprünglichen Qualität nicht mehr existiert. Daher auch keine Verlinkung)
Titel: Medikamentengabe - Tipps und "Tricks"
Hallo alle, ich dachte mir ich teile mal ein bisschen meine Erfahrung... Ich persoenlich bevorzuge eine „direkte“ Gabe der exakten Dosierung des Medikaments ueber einen kurzen und begrenzten Zeitrahmen (5-7 Tage). Die meisten Chins lassen sich nicht gerne lange halten. Das hat nichts mit mangelndem Vertrauen zu tun, sondern mit dem freiheitsliebenden Wesen dieser Tiere. Damit die Behandlung trotzdem nicht zum Stress wird hier ein paar Tipps und „Tricks“:
Vorbereitung
- Medikament handwarm verabreichen (nicht direkt aus Kuehlschrank)
- Medikament waehrend ihrer Wachzeit geben (ab 19:00 Uhr)
- Routine: Medikament in regelmaessigen Abstaenden und zur gleichen Zeit eingeben
- Chin mit dem Ruecken an die Brust legen. So spuert es den Herzschlag des Halters, und das beruhigt das Tier.
- Hinterlaeufe ebenfalls durch die Hand abstuetzen.
- Manche Halter haben gute Erfahrung damit gemacht das Tier in ein Handtuch zu huellen. Ich bevorzuge eindeutig Fleecedecken
Praxis:
- Zuechter-"Trick": Etwas Apfelsaft ins Medikament mischen! Chins lieben das!!! So macht Medikamenteneinnahme Spass.
(Wichtig: Apfelsaft ungesuesst und ohne Zusaetze. Mit TA zuvor abklaeren, ob Apfelsaft keine chemische Reaktion mit Medikament eingehen kann (selten). Nur in kleinen Mengen zugeben). - Zuerst das Medikament, zuletzt den Apfelsaft in die Spritze ziehen. So ist bereits ein guter "Vorgeschmack" dran.
- Gabe ueber sogenannte „Einmalspritzen“ aus Plastik mit stumpfen Ende. Bei mir haben sich die mit 1 ml Volumen bewaehrt. Gibt es in jeder Apotheke (ca. 10 Cent/Stueck).
- Eingabe: Zwischen Schneidezaehnen und Backenzaehnen haben Chins eine relativ grosse Luecke. Diese Stelle ist ideal fuer die Eingabe des Medikaments. Das Medikament kommt so direkt auf die Zunge.
Merke:
- Mit oben genannten „Tricks“ geht es in meiner Erfahrung auch ohne Mithilfe prima!
- Keine Angst vor Vertrauensverlust: Wenn zum Chin bereits VOR der Behandlung ein Vertrauensverhaeltnis aufgebaut wurde, dann wird sich daran nichts aendern. Das Chin wird auch NACH der Behandlung seinem Halter weiterhin vertrauen. Chinchillas sind sehr kluge und sensible Tiere. Sie merken genau, wenn versucht wird ihnen zu helfen und ihnen Gutes zu tun
- Launen / Unmut: Chins koennen schlechter Laune sein, und dies auch aeussern wenn sie festgehalten werden (wiggeln, fiepsen usw...). Manche mehr, andere weniger. Meine Meinung, ein Tier hat genauso ein Recht wie jeder andere seinen Unmut ueber etwas zu aeussern. Das ist eine Gemuetsregung und legt sich wieder!
Die oben genannten Tipps und „Tricks“ gelten fuer jede Form von direkter Medikamentengabe z.B. auch bei Giardienbehandlung!!! Diese muss in meiner Erfahrung keineswegs zum Stress fuer Mensch und Tier werden, wenn man ein paar einfache Dinge beachtet.
Hoffe es hilft dem einen oder anderen...