CHINCHILLA INTERNATIONAL seit 2005 (CI)

Information, Wissen, News und Erfahrungen zum Chinchilla aus aller Welt


www.chinchillainternational.com + www.chinchilla-information.com

ILLUSTRATION AUS DER FACHZEITSCHRIFT CHINCHILLA POST (CP)

© Prof. Dr. med. vet. Kraft. Mit freundlicher Genehmigung.

Zurück zur StartseiteNach oben

PROF DR MED VET KRAFT - SEINE BEOBACHTUNGEN

Hier die Beobachtungen eines Stamm - Autor der Fachzeitschrift CHINCHILLA POST (1956-2002): Prof. Dr. med. vet. Kraft.
Damaliger Leiter der medizinischen Forschungs-Abteilung zum Chinchilla an der Universitäts-Tierklinik München.

 

 

Die Kurven zeigen deutlich einen starken Anstieg der Sektionsfälle (und dementsprechend auch der Krankheitsfälle) im Frühjahr (März, April) und im Herbst (September / Oktober). ... Die höchste Spitze der Sektionsfälle liegt im Frühjahr und wird hauptsächlich von Chinchillas mit Erkrankungen des Magen-Darmtraktes gebildet. 

 

 

Zurück zur StartseiteNach oben

DR MED VET EGEN - SEINE BEOBACHTUNGEN

Hier die Beobachtungen eines weiteren Stamm - Autor der Fachzeitschrift CHINCHILLA POST (1956-2002) : Dr. med. vet. H. Egen.
Seines Zeichens Tierarzt mit eigener Chinchillazucht.

 

Im Frühjahr und im Herbst treten bei der Chinchilla gehäuft Krankheits- und Todesfälle auf. Nach Untersuchungen von Dr. H. Kraft handelt es sich in der überwiegenden Anzahl der Fälle um Magen-Darmstörungen. Eigene Beobachtungen über einen Zeitraum von 2 Jahren können das bestätigen.

Die Ursache der im Frühjahr und Herbst gehäuft auftretenden Krankheits- und Todesfälle is darin zu suchen, daß unsere Chinchillas gegenüber Streßfaktoren, wie plötzlicher Temperaturwechsel, erhöhte Luftfeuchtigkeit, Futterwechsel, wie sie im Frühjahr und Herbst auftreten, außerordentlich empfindlich sind. Jede Veränderung im Stallklima ist für die Chinchilla ein Streß, der sich oft in Magen-Darmerkrankungen äußert.

 

 (Anm. d. Red.: Hervorhebungen von CAM)

JAHRESKUR FÜR CHINCHILLAS : WIE SINNVOLL SIND IMPFUNG UND HYGIENE-PLAN ?!

Wie wir gesehen haben wurde von Fachleuten für die Chinchillazucht und Gesundheitscheck festgestellt, daß im Frühjahr und im Herbst vermehrt Krankheits- und Todesfälle beim Chinchilla auftreten. Siehe zB die Fachzeitschrift CHINCHILLA POST (1956-2002) online zur JAHRESKURVE der Chinchillakrankheiten. Aus meiner eigenen Haltung kann ich dies rückblickend über einen Zeitraum von mehreren Jahren bestätigen.

Früher gab es für Chinchilla Großzuchten sog. Impf- und Hygienepläne inkl. Entwurmungskur. Und so tauchen immer wieder mal auf Internet die Frage nach einer Chinchilla Impfung oder Entwurmung des Bestandes auf, denn man hat da mal was gehört... Diese Maßnahmen bezogen sich auf Großbestände mit mehreren Hundert Tieren. Aus diesem Grund fand auch oft ein pauschale Behandlung über Futter oder Trinkwasser statt anstelle einer individuellen Behandlung der einzelnen Tiere wie sie nach Möglichkeit immer vorzuziehen ist. Viele der damals eingesetzen Medikamente stehen auch heute in der gleichen Form gar nicht mehr zur Verfügung.

Fakt ist, wer wieviele Tiere hat, der hat auch höhere Risiken, und muss ein entsprechendes Gesundheitsmanagement für seine Herde betreiben. Man sollte sich daher überlegen, wie man seine Herde - auch die schwachen, alten, kränklicheren - in dieser sensiblen Übergangszeit vorsorglich und in Anfangsstadien von Krankheiten sinnvoll stärken kann. Für die Hobbyzucht und Hobbyhaltung gelten zwar andere Maßstäbe und Rahmenbedingungen als in grossen Pelztier-Zuchtanlagen, aber es gibt auch hier eine Reihe bewährter und machbarer Varianten, um Chinchillas während der Jahreswechselzeiten zu unterstützen.

In CHINCITTA haben sich folgende Jahreskuren (Frühjahr und Herbst) am besten bewährt

  • 14 Tage Echinacea Kräuter Kur (getrocknete Kräuter)
  • 14 Tage Vitamin B Trinkwasserkur (spezielles Präparat)
  • Zylexis Aufbau Injektion (nach Absprache mit TA)
  • ODER 14 Tage Complexamin (nach Absprache mit TA)

Es gibt noch weitere "sanfte" Jahreskuren für Chinchillas zur Übergangszeit, die bei Interesse bei mir nachgefragt werden können.

JAHRESKUREN HEUTE ALA VEREINSVORSTAND VON PELZZUCHT-VEREIN FÜR CHINCHILLAS

Version 1:

Früher hatte ich sog. Märzenveilchen, viola odorata, auf Anraten eines Großzüchters und Vereinsvorstandes zur Entwurmung für meinen gesamten Bestand 1 x / pro Jahr getrocknet gegeben. Ich bin 2006 aus dem Verein ausgetreten und gebe seither Märzenveilchen auch nicht mehr diese "Jahreskur".

Version 2:

2006 meinte wiederum eine andere Hobbyzüchterin auf dem CI-Forum, daß es sich dabei um sog. Hepatica nobilis, im Volksmund auch "Leberblümchen" genannt, handelt. Dazu kann ich nur sagen, ich habs überprüft und diese sog. Leberblümchen und ihre Blüten sehen im offiziellen Handel nicht im mindesten so aus, wie jene die ich seinerzeit direkt vom Vereinsvorstand bezogen habe. Fakt ist auch, daß diese Pflanze unter Artenschutz steht! WARNHINWEIS: Hinzu kommt, daß die frische Pflanze Protoanemonin enthält , das bei Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten stark reizend wirkt und zu Rötung, Juckreiz und sogar Blasenbildung führen kann (Hahnenfussdermatitis)! Es kann darüber hinaus bei der Einnahme zu schwerer Reizung des Magen- und Darmtraktes mit Koliken und Durchfällen und ebenso zu Reizungen der Nieren und ableitenden Harnwege kommen. Das gilt für frische Pflanzen. Also wer noch solche Ratschläge bekommen hat, der sollte zumindest darauf achten die Pflanze UNBEDINGT total durchzutrocknen für dem Futterversuch! Vielleicht wurde aber auch einfach der Name verwechselt, da man Leberblümchen im Volksmund u.a. auch "Märzblümchen" nennt?!?

Fazit:

Wie auch immer...  ich verzichte in solchen Fällen lieber auf eine Kur mit möglicherweise falschen Produkten. Auf die Richtigkeit von Internet Posts ist leider einfach nie unbedingt wirklich Verlaß!

Zurück zur StartseiteNach oben