CHINCHILLA INTERNATIONAL seit 2005 (CI)

Information, Wissen, News und Erfahrungen zum Chinchilla aus aller Welt


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CI-SPEZIAL CHINCHILLA JOURNAL

EXKLUSIV+++ FEATURED
2010

2009

2008

20072006200520042003CI-Spezial erscheint 4-6 mal pro Jahr zu einem konkreten Thema. Je nachdem wie ich dazu komme und Zeit & Lust habe. Die Artikel werden bewußt nicht als PDF angeboten, um so keine Professionalität, Fachpublikation, oder Endgültigkeit im Wissen vorzutäuschen, die solche Artikel von Nicht-Fachleuten generell nicht haben. Die Artikel sind Momentaufnahmen bei der Wissenssuche rund um Chinchillas. Sie sind Gegenstand von Updates je nach neuer Kenntnislage. Soweit nicht anders gekennzeichnet sind alle Inhalte, Texte, Bilder geistiges Eigentum von CI / CAM. Auf die Artikel darf jederzeit gerne verlinkt werden. Für jede Form der Vervielfältigung gelten die üblichen Nachdruck Standards. Viel Spaß beim Lesen!
 
Diese Seite können Sie auch direkt erreichen unter:
www.chinchilla-journal.de
 
 

GUTE HOBBYZUCHT und GUTE HOBBYZÜCHTER

Was macht ihn/sie aus, was unterscheidet ihn von anderen?! Hier finden Sie die ersten Stichpunkte zum Check auf CI. Die Liste ist offen für Erweiterungen.

Qualifikation, Wissen und Erfahrung:

  • Ein "guter" Hobbyzüchter züchtet nur mit Tieren deren Zuchtqualität und Gesundheit er/sie sich sicher ist
  • Ein "guter" Hobbyzüchter züchtet nur mit Chins MIT schriftlich belegten Stammbaum
  • Ein "guter" Hobbyzüchter führt ein Zuchtbuch, inkl. Zuchtnummer nach int. Vorlagen
  • Ein "guter" Hobbyzüchter geht zuerst in die Lehre bei lang erfolgreichen Züchtern bevor er/sie erstmals selbst züchtet
Zucht und Zuchtziele :
  • Ein "guter" Hobbyzüchter züchtet nicht mit Tieren ohne Tötungshemmung
  • Ein "guter" Hobbyzüchter verleiht seine Chinchillas nicht an Zuchtgemeinschaften
  • Ein "guter" Hobbyzüchter züchtet zu allererst für Gesundheit, Charakter und breitem Genpol
Verkauf und Abgabe:
  • Ein "guter" Hobbyzüchter verkauft seine Chinchillas nicht an "Anonym"
  • Ein "guter" Hobbyzüchter verkauft sein Chinchillas nicht zum Weiterverkauf durch/an Dritte
  • Ein "guter" Hobbyzüchter sichert sich die erste Option auf "Rücknahme" seiner Chinchillas 
Haltung und Pflege:
  • Ein "guter" Hobbyzüchter sorgt im Chinraum für Hygiene
  • Ein "guter" Hobbyzüchter sorgt für natürliches Tageslicht und gesunden Luftaustausch
  • Ein "guter" Hobbyzüchter hat eine Klima-Anlage für heiße Sommertage über 25 Grad
  • Ein "guter" Hobbyzüchter führt bei neuen Chins eine Quarantäne durch
  • Ein "guter" Hobbyzüchter sorgt für umfassende, tierärztliche Versorgung
  • Ein "guter" Hobbyzüchter hat einen ruhigen Chinraum für trächtige Weibchen
Ausstellung und Schau:
  • Ein "guter" Hobbyzüchter mutet seinen Chinchillas max. 1 Schau pro Saison zu
  • Ein "guter "Hobbyzüchter stellt nur Chinchillas auf Schauen aus, die er selbst gezüchtet hat
  • Ein "guter" Hobbyzüchter veröffentlicht nur Schauergebnisse MIT offizieller Beglaubigung (z.B. Bewertungskarte MIT Unterschrift)
  • Ein "guter" Hobbyzüchter postet Erfolge unter Angabe des ORIGINALEN Züchters
  • Ein "guter" Hobbyzüchter postet Erfolge unter Angabe des vorherigen Verkäufers des Chins
Information und Selbst-Darstellung:
  • Ein "guter" Hobbyzüchter respektiert, wenn Züchter nicht öffentlich genannt werden möchten
  • Ein "guter" Hobbyzüchter verweist auf weiterführende Informationen und klaut sie nicht
  • Ein "guter" Hobbyzüchter betitelt sich nicht selbst als QUALITÄTS-xy-Zucht
    ohne Beweis jahrelang konstanter Top-Erfolge auf Internationalen Leistungsschauen
  • ,Ein "guter" Hobbyzüchter bezeichnet sich nicht selbst als "guter" / zu den "guten" gehöriger Züchter
´... weitere Punkte folgen.

Zusammenfassung:

Ein "guter" Hobbyzüchter behandelt Tiere nicht wie Sachen, Wertgegenstände, sondern als Mitgeschöpfe und Lebewesen mit Würde.

  • aus freier Entscheidung
  • mit der Verantwortung für Lebewesen, die ebenso wie der Mensch Schmerz und Freude empfinden
  • mit umfassenden Wissen, Sachverstand
  • ... und Liebe.

Weitere Links zum Thema :

Man sieht bereits anhand der Links wie unterschiedlich die Sichtweisen sind, was einen "guten" Chinchilla Hobbyzüchter ausmachen kann. Das liegt auch in der Natur der Sache, je nach Werten und Prioritäten , die man zugrunde legt, von denen man ausgeht und sich zum Ziel setzt. Alle Ziele auf einmal wäre sicher für jeden wünschenswert, aber ist nicht realistisch. Und so muß jeder Hobbyzüchter seine Entscheidung treffen, was sein Oberstes Ziel ist dem er/sie andere unterordnet. 

ETIKETTE AUF SCHAUEN - DER ERSTE SCHAU-KNIGGE FÜR DEUTSCHLAND

Von SEPTEMBER - APRIL finden jedes Jahr weltweit die Chinchilla Schauen statt. Chinschauen gibt es schon lange - viel länger als die meisten von uns Hobbyleute von Chins wissen. Mit der Zeit hat sich eine bestimmte Etiquette etabliert. Hier ein paar Hinweise, die jedem Gast und neuen Aussteller VOR dem Besuch einer professionellen Schau bekannt sein sollten. Sie helfen die Schauen reibungslos und streßfrei für alle Beteiligten zu gestalten.

ETIKETTE FÜR INTERNATIONALE SCHAUEN

von Claudia A Mooser (2004)


© Kim (USA). Das Foto zeigt die Finalisten auf einer National MCBA Show in USA  

Die folgende Liste entstand aufgrund professioneller Vorbilder aus Übersee unter besonderer Berücksichtigung einer steigenden Beiteiligung von Hobbyzüchtern. Dazu angemerkt sei, daß JEDER, der an einer Schau teilnehmen möchte sich an die Ausschreibungsregeln zu halten hat. Eine Teilnahme auf International PROFESSIONELLEN Schauen ist nur nach einer persönlichen Anmeldung bei der Schauleitung möglich. Das gilt auch für Besucher OHNE Ausstellungstiere. Diese Vorgaben dienen dem Schutz der Tiere und der Planung der Schau!

1. Auf einer Leistungsschau dürfen nur selbst gezüchtete Chinchillas gezeigt werden - keine angekauften Tiere! Auf einer Leistungsschau wird die züchterische Leistung im direkten Vergleich bewertet. Wer das Chin nicht gezüchtet hat, der hat auch keine züchterische Leistung erbracht, die sich vergleichen lässt.
2. Pünktlich erscheinen (Aussteller UND Zuschauer). Das gilt für die Vorbereitung und Meldung der Tiere, ebenso wie für den Besuch der Schau am Anfang oder nach der Mittagspause.
3. Planen Sie extra Zeit ein, um ihre Tiere in Ruhe ordentlich für die Schau vorzubereiten, inklusive das Kämmen der Tiere. Neulinge brauchen erfahrungsgemäss etwas länger für die Vorbereitung. Erfahrene Aussteller sind gerne bereit Hilfestellung zu leisten. Sie haben aber auch ihre eigenen Tiere vorzubereiten. Planen Sie daher bitte genügend Zeit ein.
4. Nach der Vorbereitung ihrer Tiere, säubern Sie bitte Ihren Platz inkl. aller Fellhaare. Das gleiche gilt für Futter, Späne etc. auf 2-Tages-Schauen. Am besten bringen sie dafür bereits alte Zeitungen und Besen mit. Auf Schauen gibt es selten genügend Helfer. Die Organisatoren werden ihnen ihre Mithilfe rund um ihre eigenen Tiere im Besonderen danken.
5. Füllen Sie die Anmeldung ihrer Tiere ordentlich und in numerischer Reihenfolge nach den ihnen zugeteilten Käfignummern aus.
6. VERMEIDEN SIE STRESS UND BELASTUNGEN FÜR DIE TIERE! Stellen Sie nur Tiere aus, die die Eingangskriterien erfüllen. D.h. sie müssen gesund und bei Kräften sein (z.B. kein Pilz, keine tränende Augen, keine Zahnanomalien, keine Trächtigkeit usw.). Die Tiere müssen ein Mindestalter von 4 Monate haben, damit verbindet sich i.d.Regel auch ein Mindestgewicht. Jüngere Tiere sind dem Stress einer Ausstellung nicht gewachsen. Diese Vorgaben gelten nicht nur für Standards, sonderen ebenso kompromisslos für seltene Mutationen wie z.B. Safir. Andernfalls erhöhen sie die Belastung der eigenen Tiere und gefährden die Gesundheit der anderen Ausstellungstiere!!!
7. Der gesamte Tierbereich (soweit nicht in einem eigenen Raum) ist für Besucher während der gesamten Zeit der Veranstaltung tabu. Das gleiche gilt für die Aussteller abgesehen von Registrierung (vor der Schau) und Tierversorgung (nach der Schau). Zutritt zum Tierbereich ist nur mit AUSDRÜCKLICHER ERLAUBNIS von den Schauverantwortlichen (Schauleitung) erlaubt. Die Käfige der Tiere dürfen von Besuchern weder hoch gehoben, noch über andere Ausstellungskäfige gehalten, noch von oben betrachtet, noch reingeblasen, noch mit Zigaretten oder Getränken sich daran angenähert werden.
8. Der Bereich der Ausstellungstiere ist nicht öffentlich (keine Messe!). Sobald die Tiere in den numerierten Ausstellungskäfigen sitzen, darf auch während der gesamten Schau der Bereich nur von den Schauverantwortlichen betreten werden. Das dient dem Schutz und Ruhe der Tiere!!!
9. Nur der Schauleitung, Preisrichtern und Assistenten ist der Zutritt hinter dem Schautisch während der Schau erlaubt.
10. Die Entscheidungen der Preisrichter sind unanfechtbar. Sollten Sie zu einer Entscheidung Fragen haben, so klären Sie diese direkt mit dem Preisrichter und der Schauleitung in den Pausen oder NACH der Schau.
11. Wenn Preisrichter ihre Entscheidungen erläutern ist es eine Frage der Höflichkeit währenddessen UNBEDINGTE RUHE zu wahren, das Sprechen einzustellen und Zuzuhören. Um private Konversationen zu führen, verlassen Sie bitte den Ausstellungsraum und gehen in die angrenzenden Gesellschaftsräumlichkeiten.
12. RAUCHVERBOT! für den gesamten Ausstellungsraum. Dies ist zum Wohl der Tiere und anderen Besucher. Ausserdem beeinträchtigen auch die kleinsten Rauchschwaden die Beurteilung unter den Bewertungslampen.
13. Die Kleidung der Zuschauer muss farbneutral sein, v.a. in den ersten Reihen. Das gilt insbesondere für Rottöne aller Varianten: Kein Rot, kein Dunkelrot, kein Rostrot, kein Rosa... Farbreflexionen beeinträchtigen die Beruteilung der Preisrichter.
14. DIE TIERE VERSORGEN NICHT VERGESSEN! Jeder Aussteller sollte nach Beendigung des Preisrichtens, das Wohlbefinden seiner Tiere überprüfen und sie ausreichend mit Nahrung und Flüssigkeit (z.B. Apfelstückchen) versorgen. Bitte beachten: Heufütterung und Wasser ist verboten. Die Chins sollten eine Schüssel Ihrer gewohnten Pellets bekommen, und für die Flüssigkeitsaufnahme bereits an ein Stückchen frischen Apfel gewöhnt sein. Der Aussteller ist verpflichtet entsprechende Nahrungsmittel für seine Tiere selbst mitzubringen.
15. Am Verkaufstag können ChinProdukte, Publikationen, Zeitschriften, Kalender usw. angeboten werden. Dafür ist vorab die Anmeldung bzw. Erlaubnis beim Schauveranstalters einzuholen. Der Schautisch ist keine Werbe- oder Verkaufsfläche!
16. Während des Preisrichtens sollen die Zuschauer bitte auf ihren Plätzen bleiben. Aus Höflichkeit den anderen Zuschauern gegenüber ist darauf zu achten den hinteren Reihen während des Preisrichtens nicht die Sicht zu versperren! (z.B. durch Fotoaktionen oder private Erläuterungen zu einzelnen Tieren auf dem Schautisch während des offiziellen Preisrichtens).
17. Fotos dürfen nur nach Anfrage und ausdrücklicher Genehmigung durch die Schauleitung gemacht werden. Diese behält sich vor während des Preisrichtens z.B. Blitzlichtaufnahmen generell zu untersagen. Der Schautisch ist keine Auflagefläche für Fotokameras und kein Ersatz für ein Fotostativ!
18. Keine Ankündigung auf dem Internet (Datum, Ort) ohne die ausdrückliche Genehmigung der Schauleitung
19. Eine Ausschreibung auf dem Internet ist NICHT gleich eine Einladung. In jedem Fall ist eine persönliche Anmeldung (als Aussteller UND als Besucher ohne Ausstellungstiere) bei der Schauleitung erforderlich (→ Planung für Sitzplätze, Essen, Ausstellungskäfige, etc.).

Unser CI Tipp:

Professionelle Schauen waren viele Jahre geschlossene Veranstaltungen und Teilnahme nur auf schriftliche Einladung erlaubt (Hobbyleute ausgeschlossen). Es sind professionelle Schauen und keine Hobby-Events. Wenn man als Neuling nicht weiss, wie man sich auf diesen lang etablierten Veranstaltungen verhalten soll: zuerst mal sich bei der Schauleitung anmelden und vorstellen, dann still zusehen, beobachten, lernen... Man darf sich in meiner Erfahrung bei Unsicherheiten jederzeit gerne bei den Schauassistenten und Verantwortlichen vorstellen und nachfragen.

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Weitere deutsch-sprachige Infos zum Thema finden Sie unter:

Weitere Info zum Thema Schauen:

SAPHIR ODER HELLES STANDARD - GANZ EINFACH!

STANDARD ODER SAFIR - EIN EINDEUTIGES MERKMAL ZUR UNTERSCHEIDUNG

Die Fellzeichnung um die Augen

von Claudia A Mooser

Saphir Zucht liegt hoch im Trend - immer mehr Hobbyzüchter/Innen züchten Safir und Safir-Typ Chinchillas. Umso erstaunlicher, dass es noch regelmäßig Unsicherheiten bei den Grundlagen gibt - wie der Unterscheidung zwischen Standard und Safir?!  Seit Jahren taucht die Frage nach der Unterscheidung von Standard – Standard ST – Safir immer wieder auf Foren und Internet auf. Und seit Jahren können Hobby Züchter und Hobby Genetiker dort keine eindeutige Antwort geben. Dabei ist es so einfach! Es gibt mindestens EINEN eindeutigen Indikator anhand dessen kann JEDER auf der ganzen Welt, der zum ersten Mal ein Chin sieht, ein Safir von einem Standard unterscheiden! Dies gilt völlig unabhängig davon wie hell oder besonders klar (bläulich) das Standard oder Standard Safirträger (ST) ist. Man muss sich die Chins nur genau anschauen!

 Standard und Standard-Safirträger

haben eine dunkle Markierung rund um die Augen

 Safir

hat keine dunklere Fellzeichnung um den Augenrand.

Das ist ein eindeutiges und unverwechselbares Unterscheidungsmerkmal, das Jedermann, selbst der Neuling in der Safirzucht sofort nachvollziehen kann. Es ist wirklich so einfach! ;-)

WEITERE KLARE MERKMALE ZUR UNTERSCHEIDUNG

Hautfarbe

  • Safir haben ROSA Haut (bis blasses rosa-hellgrau)
  • Standards / Standard ST haben immer GRAUTE Haut
  • am besten zu unterscheiden an: hren, Nase, Pfötchen, Bauch (reinpusten)

Fellstruktur

  • Genetische Grundanalge für Farbgene → Saphir ist eine klassische DILUTE Mutation
  • Unterschiede unter dem Mikroskop 
  • Pigmentierung
  • Membranstärke
  • Kammeraufbau etc.

FOTOBEISPIELE SAFIR STANDARD

  Safir / Saphir
"Sauber" über Standard gezüchtet
  Helles Standard (Safirträger).
Solide und "sauber" über zwei Standard Safirträger x Standard Safirträger gezogen
 

 Ein weiteres Foto zum direkten Vergleich

  • Safir oben
  • Sandard unten

UNTERSCHIEDE IN DEN SAPHIR-LINIEN (WELTWEIT)

  • Ohrenfarbe: klares Rose (v.a. in USA, Kanada) bis fahles hellgrau (v.a. in D)
  • Schwanzfarbe: Helligkeit der Spitzen und Schwanzunterseite
  • Farbe und Helligkeit der Tasthaare: Ohreninnenseite, Barthaare
  • Hautempfindlichkeit
  • Hautstärke
  • Knochenbau
  • Augenfarbe: Rot, Blau, eine Kombination aus Rot/Blau, oder fast schwarz
  • Fellstruktur (unter dem Mikroskop)

... und vieles mehr. Diese Feinheiten sind wie gesagt of linienspeziefisch unterschiedlich stark ausgeprägt.

Weitere Informationen finden Sie hier:
» STANDARD ODER SAPHIR - Internationale Perspektiven «

 

PROFIZUCHT, HOBBYZUCHT, LIEBHABERZUCHT ODER INTERESSENZUCHT? Eine Systematik

Was ist ein "guter" Hobbyzüchter/In? Um die Frage beantworten zu können muß man in einem ersten Schritt den Begriff "Hobbyzucht" genauer bestimmen, differenzieren und abgrenzen. Diesem Zweck dient die folgende Systematik. Und wie in jeder systematischen Einteilung bildet sie die theoretische Basis. In der Praxis gibt es keine 100% Übereinstimmungen zu den "Modell-Typen", es kann im Einzelfall auch Überschneidungen und Abweichungen geben. Ganz klar! Zuerst beginnen wir jedoch sinnvollerweise bei den Grundlagen, der Systematik.

 DIE ZUCHT- TYPEN

 PROFESSIONELLE ZUCHT *

HOBBYZUCHT
  • mittlere bis Großzucht
  • Gewinn (Pelz, Tierverkauf) 
  • kontinuierliche Schauerfolge

* Alternativ zur Bezeichnung "Professionelle" Zucht kann man auch von "Grosszucht" sprechen im Sinn:
→ grössere Haltung in der Anzahl von Tieren
→ grösserer Erfahrung an Jahren.

  • kleine bis mittlere Zuchtgrösse
  • kein oder geringes Gewinnstreben (Pelzerlös, Tierverkauf)
  • Schauerfolge unterschiedlich wichtig und bei unterschiedlichen Veranstaltungen

 Im Mittelpunkt steht der
Erlös / Gewinn

  Im Mittelpunkt stehen die
Interessen des Hobbyzüchters und das
Chinchilla

Die HOBBYZUCHT läßt sich in zwei Typen weiter differenzieren: zum einen die Interssenzucht und zum anderen die Liebhaberzucht. Hier finden Sie Kriterien zur Unterscheidung:

HOBBYZUCHT
INTERESSEN-ZUCHT
 LIEBHABER-ZUCHT
  • Qualität (Fellkleid, Weiterzucht)        
  • Schauerfolg
  • Anerkennung
Im Mittelpunkt steht die Hobbyzucht
und die Interessen des HobbyZüchters
  • Gesundheit
  • Lebenserwartung
  • Soziales Wesen (Artgenossen, Mensch)
Im Mittelpunkt steht das Chinchilla
und die Interessen des Chinchilla
 Beschreibung Beschreibung
  Mittelgrosse Hobbyzucht
  (Richtwert ca.): ab 10 Zuchttiere bis ..!
  KLEINE Hobbyzucht
  (Richtwert ca.): Zuchttiere 6 oder weniger!
  Mittelgrosse Haltung
  Richtwert: ca. über 30 (gesamt!)
  Kleine bis mittelgrosse Haltung
  Richtwert: ca. unter 30 (gesamt)
  Schwerpunkt Zuchtverpaarungen   Schwerpunkt Heimtierhaltung
  Regelm. Wechsel im Tierbestand  Beständiger Tierbestand
  Durchschnitt in jüngerer Altersgruppe  Alle Altersgruppen
  Keine Zuchtuntauglichen Chinchillas
  Tierbestand in allen Fitnessklassen
 Priorität Zuchtqualität (Pelzzucht-Schau-Normen)

  Priorität Charakter und biolog. Stärke

 Verkauf - Abgabe - Annahme
 Verkauf - Abgabe - Annahme
 Kontinuierlicher Verkauf KEIN prinzipieller Verkauf
 Abverkauf an Tierhändler, Zwischenhändler und Pelztierhändler möglich KEIN Abverkauf an Tierhändler, Zwischenhändler und Pelztierhändler
 Abgabe an "gute" Abnehmer aller Bereiche Abgabe NUR an andere Liebhaberhaltungen
 Abgabe in Massentierhaltung möglich KEINE Abgabe an Massentierhaltung und Farmen
 Abgabe in Gitterbodenhaltung möglich
 KEINE Abgabe an Gitterbodenhaltung
 Website mit eigener Tierabgabe Rubrik KEINE Tierverkaufsseite im Internet
 Abgabe bei Zuchtunfähigkeit KEIN  Abgabegrund bei Zuchtunfähigkeit
Abgabe der Nachzucht bei geringer Zuchtqualität KEINE Abgabe Grund für eigene Nachzucht
 Tierversand und Fremdabholung möglich KEIN anonymer Tierversand. Nur Selbstabholung
 Einnahmen kommen Chins UND Züchter  zugute:
 Schaubesuche, Neuzukäufe, Web-Cams, etc.
 Einnahmen kommen allein den Chinchillas zugute: zusätzl. Spielzeug, grössere Käfigbauten, etc
 Weitervermittung von Chins inkl zur Weiterzucht KEINE Weitervermittlung sondern Platzgabe
 Zucht- und Verpaarungsphilosophie
 Zucht - Verpaarungsphilosophie
 Wechselnde Zuchtziele Ziele VOR Zuchtbeginn klar definiert
 Zuchtziele variabel in Züchterbiographie  Zuchtziele kontinuierlich in Züchterbiographie
 Erste gezüchtet DANACH Wissen erworben  Erst Lernen, Wissen DANN Züchten
 Trial & Error in Zuchtbiographie Kontinuität in der Biographie des Züchters
 Stammplatz während Zuchtfähigkeit
 Stammplatz auf Lebenszeit
 Verpaarung nach Zuchteignung Verpaarung nach sozialer Sympathie
Nachdecken wird weitestgehend toleriert

Nachdecken wird gezielt kontrolliert /verhindert

 Inzucht (gemäßigt) möglich Inzuchtverpaarungen ausgeschlossen
 Linienzucht möglich  Linienzucht ausgeschlossen
 Verpaarungen für Hypostasis möglich Verpaarungen für Hypostasis möglich
 Erbfester Genpol für hohe Zuchtqualität
 Grösserer Genpol für Gesundheit - Outcrossing
 Zuchteignung steht vor Charakter Charakter ist wichtiger als Zuchtqualität
 Paare werden getrennt und neu gestaltet  Beständigkeit pro soziale Bindungen
 Züchtergemeinschaften möglich
 KEINE Züchtergemeinschaften
 Verleihen und Austausch von Tieren möglich
 KEIN Austausch, keine TierLeihgaben
 HaltungHaltung
 Futterplan nach Kosten-Budget
 Futterplan frei nach Bedarf und Gesundheit
 Käfige mittlerer Grösse und nach § Gesetz Käfig Grösse nach § und Entfaltungsraum
 Käfig nach Tierschutzvorgaben plus Extras  Käfig möglichst artgerecht, individuell, vielfältig
 Käfig Anordnung nach Zuchtvorgaben  → z.B. Zuchtgruppen, Jungtierraum, Abgabetiere Käfig Anordnung nach sozialen Bindungen 
 Käfig pro Zweckmäßigkeit Käfig pro Kommunikation und Kontakt
 Ohne Fenster mit Tageslichtlampe möglich
 KEINE Haltung in Raum ohne Fenster
 Kellerhaltung mit Fenster möglich KEINE Kellerhaltung mit / ohne Fenster
 Haltung mit Tageslichtlampen möglich KEINE Haltung mit künstlichem Tageslichtlampen
 Schauen und VereineSchau und Verein
 Ausstellung von Tieren auf Schauen / Messen
 KEINE Ausstellung von Tieren
 Aktive Unterstützung von Pelzzucht Vereinen KEINE Unterstützung von Pelzzucht-Organisationen
 Ziel Ziel
 Schöne und gesunde Chinchillas
 Gesunde und glückliche Chinchillas
 Bessere Zuchtqualität erzeugen
 Bessere Lebensqualität erzeugen
 Qualität nach Pelzzucht-Vorgaben
 Qualität nach Lebenskraft und -freude
 Schauerfolge erzielen
 Schauerfolge irrelevant
 Zuchtziel nach Absatzmarkt (Hobbymarkt)  Zuchtziel: biologische - und Charakter Stärke
 Erweitertes Mutations- und Farbspektrum Erweitertes Verhaltensspektrum
 Soziale Verträglichkeit
 Erhöhte Domestikation
 © CI / cam

Hinweis und Anmerkungen: Diese Systematik ist ein erster Entwurf ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Endgültigkeit.

 

Gemeinsamheit zwischen Chinchillazucht aus Interesse und Liebhaberei 

Gemeinsam ist der Chinchilla Interessen-Zucht und der Liebhaberzucht, daß beide auf der Basis von Wissen, um Zucht ihre Haltung gestalten. Zucht ohne Grundkenntnisse und Wissen ist "Vermehrung", die wir an dieser Stelle nicht weiter berücksichtigen wollen. Wichtig ist, daß in der Liebhaberzucht ein größeres, tieferes und fundierteres Wissen vorhanden ist als in Interessen-Zuchten. Das liegt in der grundsätzlich breiteren Perspektive von Zielen und Zeitraum. Dies gilt vor allem im Hinblick auf Zucht frei von Inzucht und Linienzucht zur Stärkung des Genpols für die Zukunft der Chinchilla Population.

Die Unterschiede in der Praxis. 

Die Unterscheidung richtet sich nach unterschiedlichen Prioritäten und ihren Umsetzungen in der Praxis. Die Übergänge sind fließend, aber die Prioritäten, Haltungsformen und Zielsetzungen lassen sich differenzieren. Während sich die Professionelle Zucht auf Gewinn & Zuerwerb zum Haushalt richtet und die Qualität der Zuchttiere durch kontinuierliche Schauerfolge auf offiziellen Schauen (Schaukarten mit Unterschrift) über die Jahre belegt, so läßt sich die Hobbyzucht in zwei Unterformen unterscheiden: Interessenzucht und Liebhaberzucht. Entsprechend ergeben sich weitere Differenzierungen. Natürlich wird niemand sagen, er/sie will keine gesunden Chinchillas züchten. Wir verpflichten uns aber der Realität und der Wahrheit. Niemand kann alles gleichermaßen züchten! Die Systematik konzentriert sich daher auf die Prioritäten der jeweilen Zucht-Typen. Und alles auf einmal geht bekanntlich nicht - entsprechend wird auf CI weiter differenziert.

Wertfreie Systematik von Grund-Typen 

Die Zuordnung hat als solche nichts mit "gut" oder "schlecht" zu tun. Es gibt gute Grosszüchter und "schlechte" , es gibt bessere und ebenso schlechtere Hobbyzüchter und es gibt echte Liebhaberzüchter und jene, die sich selbst nur gerne so sehen wollen. Darüber hinaus gibt es "schwarze Schafe" und umgekehrt Chinchilla Liebhaber überall. Es geht auch nicht um eine Ausgrenzung von professioneller Zucht versus un-professionellen Zuchtformen. Wir unterscheiden hier ganz schlicht sachlich - ähnlich wie im Sport nach Profi-Sportler versus Hobby-Sportler. Diese Liste stellt somit keine Wertung dar, sondern ist lediglich eine "erste" sachlich systematische Einteilung. 

Ableitung aus der Realität 

Die einzeln zugeordneten Kriterien stammen neben theoretischen Überlegungen aus meiner Beobachtung zu diversen Zucht-Typen in Deutschland. Diese regionale Eingrenzung erscheint an dieser Stelle als sinnvoll.
Nur zwei Beispiele:
Während in längeren Hobbyzucht Traditionen in Übersee die Anwendung von KBM Methoden zur Vergesellschaftung als Relikt aus der Pelztierzucht und Farmzucht besteht und das Nachdecken von Chinchillaweibchen als verpönt gilt - ist es in Deutschland in Hobbyzucht-Gemeinschaften noch ein akzeptiertes Vorgehen. In diesem Sinne erscheinen in der Systematik auch beide Punkte an dieser Stelle neutral unter Hobbyzucht -> "Interessenzucht" aufgelistet. Nur die Liebhaberzucht geht hier vor dem Verständnis von artgerechterer Behandlung unserer Chinchillas und jenseits von Interessen und Mittel-Zweck Relation bereits einen Schritt weiter.  

Den Aspekt der Pelzgewinnung für Luxus (nicht für den Nahrungserwerb) haben wir bewußt außer acht gelassen. Das hat nichts mit Ignoranz zu tun, sondern ist eine ganz eigene Debatte mit einer anderen fachlichen Fragestellung, als jene die wir hier verfolgen. 

Für Anregung und sachlich konstruktives Feedback zu o.g. Systematik sind wir auf CI wie immer jederzeit offen!

DIE GESCHICHTE DER DEUTSCH-VIOLETT MUTATION - EXKLUSIV auf CI!


DIE GESCHICHTE DER DEUTSCH-VIOLETT

 DER GROSSE EXKLUSIV BERICHT

Basierend auf einem Interview mit Herrn Lehmann
von Eddie und Rich Crutchley im Englischen

Interview-Leitung und Übersetzung: Claudia A. Mooser (CAM)

            Die ersten Deutsch Violetts wurden von einem Herrn Haupt gezüchtet, einem professionellen Chinchillazüchter in der Nähe von Frankfurt in Deutschland. Diese züchtete er in den späten 70er und frühen 80er Jahren, wenngleich sie zu dieser Zeit zwar bekannt, aber noch nicht als eine eigene Mutation anerkannt waren. Es gibt einige Spekulationen darüber, dass die Mutation zuvor aus England kam. Ich habe einige der älteren Mitglieder in unserer Chinchilla Verbindung daraufhin kontaktiert, und der Konsens ist, dass nach deren Wissen keine solche Mutation hier in Erscheinung trat.

             Etwa um 1980 wurde Herr Haupt krank und sein Tierbestand wurde an eine Chinchilla Genossenschaft namens MSZ verkauft, die sowohl mit Lebendchinchillas als auch mit Pelzen, sowie als Händler für Chinchillafutter und Bedarf auftraten. MSZ war zu dieser Zeit eine der größten Chinchilla Genossenschaften in Europa. Der Vorstand von MSZ, Herr Rehner, ein Agraringenieur, fing an sich für die Mutation zu interessieren und machte seine Teilhaber, Herr Schmall  und Herr Walter, auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten aufmerksam. So wurden DV’s weiter bei MSZ unter Herrn Schmall gezüchtet, der gleichzeitig auch Afro-Violett (Sullivan Violetts) züchtete. Und er prägte mit die Bezeichnung der Mutation als „Deutsch-Violett“, um sie von den anderen zu unterscheiden. Wenn gleich die Bezeichnung „Deutsch-Violett“ nach Wissen von Herrn Lehmann, ursprünglich von Prof. Dr. Clemen stammt. Dieser war lange Jahre Preisrichter von herausragender Qualität, renommierter Autor der Fachzeitschrift Chinchilla Post (1956 – 2002) und hat sich als Genetiker sehr für diese Mutation gegenüber Herrn Lehmann eingesetzt.

             Ob Herr Schmall die Verpaarung von Afro-Violett X Deutsch-Violett vornahm ist nicht bekannt, allerdings ist es anzunehmen. Belegt ist jedoch, daß Prof. Dr. Clemen gegenüber Herrn Lehmann mehrfach angeraten hat, diese beiden Mutationen niemals miteinander zu verpaaren, um die Eigenständigkeit nicht zu gefährden. Die Mutation war in der Folge in Deutschland jedenfalls als solche anerkannt, so dass sehr hohe Abgabepreise pro Tier verlangt wurden, die zur damaligen Zeit sogar im Bereich eines durchschnittlichen Monatsgehalts lag. Soweit man weiß, haben nur drei Leute diese Tiere erworben. Der Erste war ein älterer Herr, der nur einzelne Tiere ab und an kaufte ihre Zucht aber nicht kontinuierlich fortführte. Eine Dame aus der Region von Karlsruhe, die sie sogar auch ausstellte, aber auch dieser Tierbestand wurde am Ende nicht weiter entwickelt. Der Dritte und vergleichsweise erfolgreichste Züchter, war ein Lastwagenfahrer aus Kehl, nahe Strassburg. Er nahm einen beträchtlichen Kredit auf und kaufte damit fünf Tiere von MSZ, die er umgekehrt auch regelmäßig belieferte. Nebenbei baute er noch ein Haus für seine Familie und war beruflich viel in ganz Europa, vor allem aber in der Schweiz unterwegs, so dass sich seine Frau um die Chinchillas kümmerte. Diese Situation war sowohl für Besitzer als auch für die Chinchillas nicht optimal und keine Lösung auf Dauer. Der Wendepunkt kam als die Ehefrau schwanger wurde und die Chinchillas nicht länger allein versorgen konnte. Das war der Zeitpunkt als Herr Lehmann mit der Welt der Deutsch Violett in Berührung kam und den Restbestand zu einem günstigeren Preis erwerben konnte, als ursprünglich dafür bezahlt wurde.

 

            Herr Lehmann hatte diesen Mann auf einem 3-Tage-Seminar bei MSZ, 1984, kennen gelernt und sie hielten seither freundschaftlichen Kontakt. Sie besuchten sogar gemeinsam eine Schau in Wengen während der Saison 1986/7, auf der Herr Lehmann ein Ebony zeigte und sein Freund DVs. Herr Lehmann gewann damals mit seinem Ebony, während die DVs nicht so gut abschnitten. Das war der Freundschaft nicht unbedingt zuträglich. Als jedoch die DVs zum Verkauf standen wurden sie Herrn Lehmann angeboten: 2 Böckchen und 1 Weibchen. Das war etwa um das Jahr 1987/8.  Eines der Weibchen wurde weiter verkauft, aber später wieder zurück erstanden und in das Zuchtprogramm eingegliedert.


            Herr Lehmann hatte über einen gewissen Zeitraum Geschäftsbeziehungen mit MSZ. Diese kamen 1992 in Zahlungsschwierigkeiten. Um ausstehende Beträge dennoch zu begleichen wurden ihm zum Ausgleich 4 DVs angeboten, was auch akzeptiert wurde. Diese bildeten dann die Grundlage für die Lehmann Deutsch-Violetten. Auf die Frage nach der Qualität dieser ursprünglichen Tiere bemerkte Herr Lehmann: “Sie glichen am Anfang eher ein bisschen ‚Ratten’ mit ihrem langen liegenden Fell, das an den Flanken aufsprang und nur geringe Felldichte aufwies“. Er begann ein Zuchtprogramm, dass ihn über 5 Jahre kostete und half sie zu verbessern, indem er zuerst mit Standards verpaarte, danach Trägertiere mit Trägertieren, und letzthin DV mit Trägertieren.  Es war ein großes Glück, dass es zu der Zeit bereits qualitative hochwertige Standard-Tiere in der Zuchtherde von Herrn Lehmann gab. Heute werden alle diese Zuchtkombinationen eingesetzt, aber auch eine große Anzahl von DV x DV Verpaarungen. Ich weiß, dass der aktuelle Plan so aussieht, die DVs noch einen Schritt weiter zu entwickeln mit der Hilfe von mehr Top Standards.  Ich habe mit mehreren Züchtern in Deutschland ‘gesprochen’ und sie zollen der Arbeit und dem Werk von Herrn Lehmann eine große Anerkennung.

 

Die Mutation der Deutsch-Violett zählt nach wie vor zu den seltenen ihrer Art, erfreut sich jedoch zunehmender Popularität dank der züchterischen Leistung von Herrn Lehmann. So findet man mittlerweile eine Reihe von Hobbyzuchten in Deutschland, die Deutsch-Violett Tiere im Bestand haben. Darüber hinaus bei lang etablierten Mutationszüchtern und Preisrichtern in Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und nun auch in der Schauzucht von Etherdale Chinchillas in England.

 

Unser besonderer Dank gilt Herrn Lehmann,
der sich die Zeit genommen hat, um erstmals die ganze Geschichte der Deutsch-Violett
aus seiner Sicht zur Veröffentlichung weiter zu geben.

 

Bildnachweis: Alle Fotos © CAM - CHINCITTA.
Foto 1 : Deutsch-Violett Velvet (= TOV German-Violet)
Foto 2 : Deutsch-Violett Velvet (= TOV German-Violet) Jungtier
Foto 3,4 : Deutsch-Violett Velvet (= TOV German-Violet) und Afro-Violett (Velvet) im direkten Vergleich
Foto 5,6 : zwei Deutsch-Violett Velvet (= TOV German-Violet) und ein Afro-Violett Velvet
(TOV Violett = Bezeichnung in USA, Kanada. Ultra-Violett = Bezeichnung in UK) im direkten Vergleich
Foto 7,8 : Deutsch-Violett Velvet und Afro-Violett Velvet im direkten Vergleich
Foto 9 : Deutsch-Violett Baby, das sich später zum Velvet (= TOV German-Violet) entwickelte

Die Geschichte der sog. AFRO-VIOLETT :
erschien erstmals unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven in deutscher Sprache in der Fachzeitschrift CHINCHILLA POST.
CP (1991, 2001) Rekonstruiert den Weg der Violett von Idaho Fall (USA) nach Südafrika an John Hobson.
Unter Mitwirkung von Maria B. Parker = Hrsg. von "Chinchilla World - Trade Journal"
CP (1986) Gab die bis dato gängige Geschichte der violetten Mutation durch Loyd Sullivan wieder wie er die Violetten in Rhodesien von J.A. Hackett erworben hat und zurück nach USA brachte.
Diese CP Artikel klären auch die Namensbezeichnungen von Lavender (dt. Lavendel) -> Violett -> Afro-Violett -> Sullivan-Violett 

© CHINCHILLA INTERNATIONAL CI 
Alle Rechte vorbehalten

EXTREME FARBSCHLÄGE UND SELTENE MUTATIONEN

Die hier gezeigten extremen Farbschläge sind eine Laune der Natur. Sie entstanden aus Zufall - nicht aus züchterischem Ehrgeiz oder als Zielvorgabe.


 All-world-wide famous
BLISS

Solid Violet mit weissem Schwänzchen
Violet Rundum mit weissem Schwänzchen
Violet Ebony extra dunkel mit weissem Schwänzchen
© Dea Freiheit (USA)

 

 "STARFIRE"
White-Violet
Weiss Violett
Und ja, sie ist tatsächlich entfernt verwandt mit BLISS. ;-)
© Serena Mehrer (Kanada). 

Hier mal eine wirklich geniale
BEIGE Schecke
...die übrigens NICHT immer heller wurde. Das Chin ist auch KEIN Rezessiv Beige
- trotz der immer noch pauschal vertretenen "ROTE-Augen-Regel" in manchen Hobbygemeinschaften in D
© Jagielo (USA)

 

ECHTES GOLDBAR
aus June Baar Linien.
Primärquellen und exakte Stammbaumrecherche haben übrigens bereits vor Jahren
die Unabhängigkeit von anderen Beige rezessiv Linien und vermeintlichen Goldbars eindeutig belegt.
©  S. Mehrer (Kanada).

 CALIFORNIAN Recessiv White
Eine der ECHTEN Rezessiv Weiss Chinchilla Linien
(Kalifornien, USA). Die andere ist aus Kanada -> u.a. n. Holland verkauft
© TOV Ranch (USA)
 

 TOV white mosaic EB der Sonderklasse.
TOV Weiss Schecke Ebony Träger

WEISSE (!) Unterzone!!! und pechschwarze Schleierdecke.
Richtig gehört und das nämlich auch beim ausgewachsenen Chinchilla.
Ich hab einmal so ein Tier live gesehen bei meiner ersten Mentorin, Sandy Kao, in USA.
Dieses Chinchilla war ATEMBERAUBEND SCHÖN!
© Dea Freiheit (USA)

WEITERE FOTO BEISPIELE AUS ALLER WELT

 ECHTES CHARCOAL
Broucke
Brouke

Das Foto entstand während meiner vielen Schau- und Zuchtbesuche in England
© Claudia A Mooser / CAM

 

SOLID Saphir Baby
Safir rundum
Sapphire Wrap
Safir Ebony besonders dunkel
© Dea Freiheit (USA)

 ROYALE SAPPHIRE
Königlicher Saphir (extra dunkel)

TOV Saphir (wobei niemand unter den echten Fachleuten diesen Ausdruck gebraucht)
Safir Velvet
(wird v.a. in Deutschland als Begriff für diese Mutationskreuzung verwendet)
Dies ist übrigens ein frühes Foto von Nappy Nala. Da Ebony hier in TOV Safir in früheren Generationen reingezogen wurde hat sich seine Farbe über die Jahre entsprechend weiter verändert.
© Tammy  (USA)

Fotos mit freundlicher Genehmigung für CI
 
© CHINCHILLA INTERNATIONAL / CI
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