Die Themen:
eine neue Serie
Das GUTE rund um Chinchillas
Die geplanten Themen:
Die Reihe hat ihren Ursprung in dem Artikel zur Internationalen Schau-Etikette von 2004, die erstmals von CI/CAM nach internationalen Vorbildern ins Deutsche übertragen wurden. Weitere Einzelthemen gab es bereits davor, aber noch keine Serie. Den Anfang macht, aber eine grundsätzliche Systematik der verschiedenen Zucht-Typen, die die Grundlage für weitere Beurteilungen bilden soll.
Wir hoffen Sie begleiten uns auf die Inforeise ins "Gute" rund um Chinchillas!
Ihre
CI-Redaktion
Die vorliegende Zusammenfassung erschien erstmals von mir als Beitrag in deutscher Sprache auf diversen Plattformen. Seither oft von Dritten als "Inpsiration" übernommen und aufgenommen an anderer Stelle. Hier im Original in leicht überarbeiteter Fassung zum besseren Verständnis.
Schauen und Bewertung
von Claudia A Mooser (2004)
Professionelle Chinchillaschauen werden von nationalen und etablierten Chinchillazucht-Organisationen veranstaltet. Das geschieht nach allgemein verbindlichen und über die Schau hinweg vergleichbaren und damit verallgemeinerbaren festgelegten Kriterien. In den grossen Chinchillazucht Nationen gibt es einheitlich festgelegte und verbindliche, landesweite Schausysteme (anders in D). Im weltweiten Vergleich gibt es Unterschiede. Daher vorweg ein kurzer Abriß der verschiedenen Schausysteme, ihre Grundlagen, Reichweite und Ziele.
Es gibt zwei grundsätzliche Formen von Systeme:
- Leistungsschau = Vergleich von Chinchilla → Chinchilla
- Bewertungsschau = Vergleich von Chinchilla → Punktekarte
Leistungsschauen sind das bevorzugten System in den großen internationalen Chinchillazucht-Organisationen und Nationen. Es dient der Auswahl der besten Zuchttiere. Eine Leistungsschau vergleicht die züchterische Leistung. Wer ein Chinchilla nicht selbst gezüchtet hat, der hat auch keine züchterische Leistung erbracht. Deshalb dürfen die Aussteller auch nur selbst gezogene Tiere ausstellen (keine Ankäufe). Das sind die Qualitätsstandards gemäß Fachliteratur zur Chinchillazucht. Eine Leistunggschau vergleicht die Schönheit und Zuchttauglichkeit zur Verbesserung der Spezies am Lebendtier für die Weiterzucht von Chinchillas.
Bewertungsschauen sind das bevorzugte System für den Pelzhandel und die PelzOrganisationen. Es vereinfacht die Zuordnung der einzelnen Pelze zu Verkaufsbündel und dient dem Pelztiermarkt. Eine Bewertungsschau vergleicht die Tauglichkeit des Pelzes am Lebendtier für den Pelzmarkt. Es wird immer wieder behauptet, daß Bewertungskarten einen
INTERNATIONALE LEISTUNGSSCHAUEN
- alle Schauen der ältesten großen Zuchtnationen von Chinchillas
- alle Schauen in Kanada (NCBC)
- alle Schauen in USA (ECBC EMPRESS)
- alle Schauen in USA (MCBA)
- alle Schauen in England (NCS)
- alle Schauen in Deutschland des EPVC (manchmal in Ergänzung mit 50-P-System des EPVC)
INTERNATIONALE BEWERTUNGSSCHAUEN
- 50-Punkte- System in Deutschland (EPVC) in Ergänzung zu EPVC Leistungsschauen
- 80- Punkte-System in Dänemark
- 81- Punkte-System in früher in Dänemark. Heute noch in Norddeutschland / Euro-Chin / IG Messe
- 100- Punkte-System in Europa und USA (GW)
INTERNATIONALE BEWERTUNGSKARTEN = GRADING SHEET
Vorweg eine Übersicht der internationalen Bewertungssysteme → Punktkarten :
- The National Chinchilla Society (NCS) in England
- National Chinchilla Breeders of Canada (NCBC) in Kanada
Allein anhand der Zahlen kann man bereits erkennen wie unterschiedlich differenziert die einzelnen Systeme sind und Auskunft geben.
Punktekarte Anzahl der Hauptkategorien Anzahl der Unterkategorien Region 50-Punkte-System (EPVC) 5 -- EPVC Europäische Preisrichter e.V 81-Punkte-System (EPC) 7 -- Euro-Chin, IG Messe 100-Punkte System 8 4 - 6 D, Europa bis Mitte 80er UK Bewertungs-System 10 4 England Kanada Punkte-System 11 4 Kanada
Bläue - Klarkheit - Farbintensität - woran man sie wirklich erkennt!
Begriffe wie Bläue und Klarheit sind ganz wichtig für die Zucht und Schauqualität eines Chinchillas. Klingt auf den ersten Blick ganz einfach, aber was genau ist damit gemeint?! Jedem aufmerksamen Beobachter der internationalen Chinchillaszene wird zudem schnell auffallen, daß diese Begriffe unterschiedlich gebraucht, verschieden differenziert und individuell zugeordnet werden. Die sinnvollste Darstellung, sinnvoll im Sinn von Wertbeständigkeit, intelligent und verallgemeinerbar, habe ich über die NCS persönlich von dem Obersten Preisrichter Rich Crutchley in England kennengelernt:
- KLARHEIT → kommt vom Band
- BLÄUE → von der Unterzone
- FARBKLASSE (hell, mittel, dunkel) → von der Länge und Intensität der Spitzen
- GESAMTEINDRUCK → von dem Kontrast zwischen Farbe des Bandes und der Spitzen
SCHLUSSBETRACHTUNG
- Punktebewertung ist NICHTS ABSOLUTES: Ein Chinchilla, das 1970 die optimale Punktzahl erreicht hat würde heute nicht einmal mehr ins obere Drittel der Punktezahl gelangen, weil sich die Chinchillazucht insgesamt weiter entwickelt. Ein Chinchilla, das in Norddeutschland die optimale Punktezahl erreicht, hätte in USA gegen Chinchillas in den Hochburgen der Chinchillazucht vermutlich kaum eine Chance.
- Punktebewertung richtet sich nach dem Pelzmarkt und damit nach DUNKLEN Chinchillas. Helle Mutationen sind in der Punkteverteilung a priori benachteiligt. Ein perfektes Wilson Weiss Chinchilla nach Punktebewertung kann NIEMALS die HÖCHSTE Punktzahl erreichen.
- Es gibt verschiedene Punktebewertungssysteme und sie weichen erheblich voneinander ab in Detailbetrachtung und Differenziertheit und Übertragbarkeit zum internationalen Vergleich. Kein Punktesystem konnte sich bis heute deutschlandweit durchsetzen. Die Vergleichbarkeit ist daher nur regional.
- Ein Vergleichsschau zielt nicht auf etwas Absolutes, sondern auf die Ermittlung des besten Tieres auf einer Schau nach konkreten, vergleichbaren und verallgemeinerbaren Kriterien. Es gibt Unterschiede in den Leistungsschauen in den einzelnen Ländern, die jedoch bei der Ermittlung der Siegertiere nicht ins Gewicht fallen (anders auf den hinteren Plätzen). Und das ist nur ein grosser Vorteil! Ein weiterer grosser Vorteil gerade für Nachwuchszüchter ist die Tatsache, daß eine gut durchgeführte Vergleichsschau dem Zuschauer und Nachwuchszüchter direkt vor Ort und LIVE anhand des Ablaufs: den Prozeß der Entscheidung (die besten landen am Ende des Schautisches), und der unmittelbaren Erläuterung durch Echte Fachleute (Preisrichter) die Unterschiede vorgeführt werden
→ Jeder Zuschauer kann die Unterschiede in der Qualität anhand jeder Klasse mit eigenen Augen LIVE nachvollziehenWeitere Info zum Thema Schauen:
- Schauen und Bewertung In der Praxis
- Etikette auf Schauen (2004) Das Original
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Vervielfältigung nur mit Genehmigung
Schauen und Bewertungssysteme
IN DER PRAXIS
von Claudia A Mooser
Im vorangegangenen Beitrag haben wir gesehen worin sich die einzelnen Schauen und Systeme zur Bewertung in der Theorie unterscheiden. Am Schluss stand ein kurzer Ausblick auf die Konsequenzen, die sich daraus für die Praxis ergeben. Diese sollen hier noch etwas genauer anhand von Beispielen illustriert werden.
WICHTIG ZU VERSTEHEN IST:
Beispiel 1: „Farbklarheit“:
Die Farbklarheit ist eines der schwierigsten Zuchtkriterien auch für die reine Schauzucht
- 50-Punkte: sind 2 Hauptkategorien von insgesamt 5 diesem Aspekt gewidmet: „Farbklarheit des Schleiers“ und „Farbklarheit der Wamme“ – keine Unterkategorien auf der Bewertungskarte. Total: 2 Kategorien
- 81–Punkte: gibt es dafür 1 Hauptkategorie – keine Unterkategorien auf der Bewertungskarte. Total: 1 Kategorie
- 100-Punkte: gibt es dafür 1 Hauptkategorie „Karheit der Farbe“ UND 4 Subkategorien („klar blau“ bis „fehlfarben“). Total: 5 Kategorien
- UK: gibt es diesbezgl. 3 Hauptkategorien (Farbklarheit insgesamt, Farbklarheit Wamme, Farbklarheit Band) mit jeweils 4 Subkategorien (Insgesamt: „klar blau“ bis „fehlfarben“. Wamme: „white and sharp“ bis „Cream or brown tinge“ usw.). Total: 12 Kategorien
- Kanada: analog zum UK System. Es gibt diesbezgl. 3 Hauptkategorien mit je 4 Subkategorien. Total: 12 Kategorien
Das Ergebnis ist eindeutig: Für eines der allerwichtigsten Kriterien sieht man auf der Punktekarte mit 81 am wenigsten konkrete Angaben, gefolgt von 50-Punktekarte. Die 100-Punktekarte setzt sich von diesen beiden bereits klar ab in der Genauigkeit der dargestellten Ergebnisse. Alle drei deutschen Punktekarten werden sind jedoch nur halb so genau wie Angaben auf den Grading Sheets in UK und Kanada.
Beispiel 2: Die Farbe und Qualitaet des Bandes
- findet keine speziefische Berücksichtigung auf der 50 Punktekarte
- findet keine speziefische Berücksichtigung auf der 81 Punktekare
Beispiel 3: Auf einer Schau Veranstaltung werden nur 5 Ebonies ausgestellt. Davon erhalten: 1 Tier einen 5. Platz, 2 Tiere einen 4. Platz, 1 Tiere einen 3. Platz und 1 Tier einen 2. Platz. Zum Vergleich hier zwei rein hypothetische Fälle:
Veranstaltung 1: Das Ebony, das einen 2. Platz, und damit noch den besten Platz von den gezeigten Tieren erreicht hat, wird zum "Besten Ebony in seiner Farbklasse" gekürt und so auf Internet von dem Hobbyzüchter (korrekt) gepostet.
Veranstaltung 2: Mehr als 50% der gezeigten Tiere haben keine Zuchtqualität. Das bedeutet nämlich 4. Platz und schlechter im internationalen Vergleich. Damit ist zudem nicht die minimal Klassenstärke für einen Int. Schau gegeben (5-7 Tiere je nach Gesamtzahl der Ausstellungstiere). Von den verbleibenden Tieren hat keines die Qualitäten für einen 1. Platz und damit für den Aufstieg zum Vergleich mit anderen Farbklassen. Auf einer Internationalen Leistungsschau wird damit die gesamte Ebony Klasse disqualifiziert und geht insgesamt nicht in die Bewertung der Schau ein. Das ist nicht gemein, sondern konsequent und professionell pro national und international vergleichbare Qualitätsstandards.
Tja, soviel dazu. Das ist die wahre "Kunst" der Interpretation und Beurteilung von Schauergebnissen. ;-) Wer sich mehr dafür interessiert: Ich habe meines Wissens nach in Deutschland als einzige Autorin für Echte Internationale Chinchilla Fachzeitschriften (englisch und deutsch) geschrieben und die verschiedenen etablierten Systeme zur Beurteilung von Chinchillas analysiert und anhand von Beispielen dargestellt (auf deutsch und Englisch). Infos und Auszüge gerne auf Anfrage.
Zusammenfassung
Die Frage ist also wieviel lernt man vom jeweiligen Bewertungssystem über seine Tiere, wie qualifiziert sind die Bewerter auf der jeweiligen Schau, wie professionell wird eine Schau durchgeführt, und ist es die Reise und Stress für die eigenen Tiere wert. Meine Tipps:
Den besten Überblick über gängige Zucht- und Schaukriterien bietet meiner Meinung nach die Übersicht für Bewertungskritieren beim Einsatz von Linienzucht wie sie von G.S. in der Fachzeitschrift Chinchilla Post 2001 veröffentlicht wurden. Gefolgt von den Grading Systemen in Kanada und England und dem 100-Punkte-System zur Bewertung: detailliert, leicht verständlich und nachvollziehbar, übersichtlich.
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Bewertungskritieren beim Einsatz von Linienzucht (CP)
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Das 100-Punkte-System (siehe unten)
Willard-George-Bewertungssystem
Das 100-Punkte-System stammt ursprünglich aus Übersee und geht zurück auf das Willard-George-Bewertungssystem. Nach einer Reise in die USA wurde es von Gerhard Schreiber, dem Begründer der Fachzeitschrift Chinchilla Post (1956-2002) auch in Deutschland und Europa eingeführt. Das WGS-Bewertungssystem wird heute nur noch selten angewandt. In der 2. Hälfte der 80er wurde es von anderen Systemen abgelöst. In den drei Jahrzehnten, in denen es der Maßstab für deutsche und europäische Schauen und Zuchten darstellte trug es esentlich zu einer kontinuierlichen Verbesserung des Tierbestandes bei wie kaum ein anderes Nachfolge-System. Der Grund ist einfach: es ist ein besonders geeignetes System zum Verständnis für Einsteiger und neuere Chinchillazüchter, die langfristig Qualität aufbauen wollen.

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Das 81-Punkte-System (EPC)
siehe HIER
| Hauptkategorien | Unterkategorien |
| Farbklarheit | keine |
| Grösse | keine |
| Körperform | keine |
| Felldichte | keine |
| Textur | keine |
| Farbe | keine |
| Gesamteindruck | keine |
Vorzüglich: 70-81, Sehr gut: 65-69, Gut: 60-64, Ausreichend: 55-59, Nicht ausreichend: 17-54
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Das 50-Punkte-System (EPVC)

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KANADA
NCBC Grading Sheet
Die NCBC Punktekarte wird nicht auf Schauen angewendet. Kanadische Schauen sind reine Leistungsschauen = Vergleichsschauen.
Aufgrund der grossen Distanzen in Kanada ist es dort jedoch auch für weiter abgelegene Zuchten möglich bei einem offiziellem sog. Head Grader (= meist ein ehem. langjähriger Präsident der NCBC) auch individuell eine Beurteilung am Tier vornehmen zu lassen. Als Richtwert dafür gilt die oben gezeigte Punktekarte.
SCHLUSSBETRACHTUNG
Meiner Meinung nach muss man nicht viel Worte zu den traditionellen Zucht- und Schaukriterien machen. Die einzelnen Punktekarten sprechen für sich, was Genauigkeit, Differenziertheit, Nachvollzierbarkeit anbelangt.
Weitere Info zum Thema Schauen:
Für Chinchilla Liebhaber / Innen ist der Besuch einer Veranstaltung nicht immer gleichermaßen hilfreich und sinnvoll. Das habe ich gelernt durch meine vielen Schaubesuche auf Leistungsschauen auf drei Kontinenten, sowie Bewertungsschauen in Deutschland, Hobby Messen, Jungtierauslese von Vereinen, etc. Hier ein paar hilfreiche Hintergrund Infos anläßlich noch bevorstehender Chinchilla Veranstaltungen in unseren Breitengraden.
Allgemeine Hinweise & Tipps für Chinchilla Liebhaber:
- Die Veranstaltung hat Ihre Ursprünge und Basis im Pelzhandel, dh. in der Pelztierzucht und im Tierhandel
- Die Chinchillas werden ausschließlich nach der PELZQualtiät am Lebendtier gerichtet. Nicht nach Charakter, Persönlichkeit, etc.
- Im deutschen Schauwesen dürfen Chinchillas von Ihnen fremden Menschen während der Schau aus dem Schaukäfig genommen werden
- Im deutschen Schauwesen dürfen Chinchillas am Schwanz fixiert und über Kopf gehalten werden
- Tierverkauf auf Schauen ist selten "romantisch", sondern steht im Zeichen von Tierhandel und Wettbewerb v.a. unter den Hobbyzüchtern
- manchmal erfolgt gleichzeitig ein Ankauf und Handel von Chinchilla Rohfellen
Tipps zur Gesundheit Ihres Chinchillalieblings und Ihrer Lieblinge zuhause:
- Ausstellungen sind eine erhöhte Gefahr für die Gesundheit Ihrer Tiere (v.a. bei Herausnahmen aus den Käfigen zur Begutachtung)
- auf engstem Raum ein Bakterienpool und fremden Keimspektren in einem stressvollen fremden Umfeld
- Chinchillas, die auf Ausstellung gezeigt wurden müssen danach in eine 14-tägige Quaratäne gehen um zuhause Infektionen zu vermeiden
... und damit der Besuch nicht zur Enttäuschung oder gar Desaster wird:
- Lassen Sie Ihre Chinchillas niemals aus den Augen (Tag/Nacht) !!!! Gefahr der Verwechslung, Austausch, Diebstahl Ihres Chinchillas
>> Das gilt v.a. für die Übergangszeiten kurz nach der Schau und vor der gemeinsamen Versammlung zum Essen und Siegerehrung.
>> Der verantwortliche Schauleiter leistet bei Verlust i.d.R. keine Entschuldigung, Entschädigung, hilfreiche Unterstützung beim Wiederauffinden eines Chinchillas.
Bitte informieren Sie sich VORAB über die Verhaltensregeln für Internationale Leistungsschauen.
- CI informiert seit 2004 auch auf Deutsch zum Thema: Internationale Schau Etikette CI-SPEZIAL
- Eine reduzierte Fassung finden Sie seit 2009 auch über den Chin-Chat
Aus aktuellem Anlaß zum Wetter / Minustemperaturen:
- Transport und Ausstellungsraum sind bei diesen Temperaturen oft zu kalt für Chinchillas aus Liebhaberhaltung und Liebhaberzucht.
- Transportieren Sie die Chinchillas niemals im Kofferraum Ihres Autos
- Lassen Sie Ihre Chinchillas nicht über Nacht im Ausstellungsraum (kalt)
CI SERVICE : Info für qualifizierte Entscheidungen pro Tier - je nach Priorität
Jeder Halter und Züchter hat seine eigenen Prioritäten. In der Tierliebhaberei, Chinchilla Liebhaber Zucht und reinen Liebhaberhalten gelten oft andere Maßstäbe als im kommerziell ausgerichteten Schauwesen in Deutschland. Chinchillas aus Liebhaberhaltungen und Liebhaberzuchten sind einen anderen Umgang, Umfeld gewöhnt. Ich war seinerzeit froh von erfahrenen Hobbyzüchtern ehrlich auf das vorbereitet zu sein, was mich beim Besuch / Teilnahme der Schauen evtl. erwartet. Diesen Service vor dem Hintergrund von Insider- und Erfahrungswissen auf allen Ebenen bietet CI allen Chinchillaliebhabern seit Jahren auch in Deutschland.
Unser Tipp: Es gibt genügend Gelegenheiten als Alternative um eine qualifizierte, individuelle Bewertung von geplanten Zuchtpärchen für Ihre Chinchilla Liebhaberzucht bei den "alten Hasen" in der Chinchillazucht zu einem individuell gewählten Termin zu bekommen. Man muß lediglich auf Pokälchen und Hobbyzüchter-Wichtigtuerei im Umfeld verzichten können. ;-)
Unser Apell: Bitte verzichten Sie gegebenenfalls lieberaufgeplante Schaubesuche, anstelle die GesundheitIhrerChinchillalieblinge unnötig zu gefährden. Die nächsteSchauveranstaltung für die Hobbyzucht kommt bestimmt und wenn nicht,dann folgen Sie doch einfach unseren Tipps. ;-)
Von SEPTEMBER - APRIL finden jedes Jahr weltweit die Chinchilla Schauen statt. Chinschauen gibt es schon lange - viel länger als die meisten von uns Hobbyleute von Chins wissen. Mit der Zeit hat sich eine bestimmte Etiquette etabliert. Hier ein paar Hinweise, die jedem Gast und neuen Aussteller VOR dem Besuch einer professionellen Schau bekannt sein sollten. Sie helfen die Schauen reibungslos und streßfrei für alle Beteiligten zu gestalten.
ETIKETTE FÜR INTERNATIONALE SCHAUEN
von Claudia A Mooser (2004)
Die folgende Liste entstand aufgrund professioneller Vorbilder aus Übersee unter besonderer Berücksichtigung einer steigenden Beiteiligung von Hobbyzüchtern. Dazu angemerkt sei, daß JEDER, der an einer Schau teilnehmen möchte sich an die Ausschreibungsregeln zu halten hat. Eine Teilnahme auf International PROFESSIONELLEN Schauen ist nur nach einer persönlichen Anmeldung bei der Schauleitung möglich. Das gilt auch für Besucher OHNE Ausstellungstiere. Diese Vorgaben dienen dem Schutz der Tiere und der Planung der Schau!
1. Auf einer Leistungsschau dürfen nur selbst gezüchtete Chinchillas gezeigt werden - keine angekauften Tiere! Auf einer Leistungsschau wird die züchterische Leistung im direkten Vergleich bewertet. Wer das Chin nicht gezüchtet hat, der hat auch keine züchterische Leistung erbracht, die sich vergleichen lässt.
2. Pünktlich erscheinen (Aussteller UND Zuschauer). Das gilt für die Vorbereitung und Meldung der Tiere, ebenso wie für den Besuch der Schau am Anfang oder nach der Mittagspause.
3. Planen Sie extra Zeit ein, um ihre Tiere in Ruhe ordentlich für die Schau vorzubereiten, inklusive das Kämmen der Tiere. Neulinge brauchen erfahrungsgemäss etwas länger für die Vorbereitung. Erfahrene Aussteller sind gerne bereit Hilfestellung zu leisten. Sie haben aber auch ihre eigenen Tiere vorzubereiten. Planen Sie daher bitte genügend Zeit ein.
4. Nach der Vorbereitung ihrer Tiere, säubern Sie bitte Ihren Platz inkl. aller Fellhaare. Das gleiche gilt für Futter, Späne etc. auf 2-Tages-Schauen. Am besten bringen sie dafür bereits alte Zeitungen und Besen mit. Auf Schauen gibt es selten genügend Helfer. Die Organisatoren werden ihnen ihre Mithilfe rund um ihre eigenen Tiere im Besonderen danken.
5. Füllen Sie die Anmeldung ihrer Tiere ordentlich und in numerischer Reihenfolge nach den ihnen zugeteilten Käfignummern aus.
6. VERMEIDEN SIE STRESS UND BELASTUNGEN FÜR DIE TIERE! Stellen Sie nur Tiere aus, die die Eingangskriterien erfüllen. D.h. sie müssen gesund und bei Kräften sein (z.B. kein Pilz, keine tränende Augen, keine Zahnanomalien, keine Trächtigkeit usw.). Die Tiere müssen ein Mindestalter von 4 Monate haben, damit verbindet sich i.d.Regel auch ein Mindestgewicht. Jüngere Tiere sind dem Stress einer Ausstellung nicht gewachsen. Diese Vorgaben gelten nicht nur für Standards, sonderen ebenso kompromisslos für seltene Mutationen wie z.B. Safir. Andernfalls erhöhen sie die Belastung der eigenen Tiere und gefährden die Gesundheit der anderen Ausstellungstiere!!!
7. Der gesamte Tierbereich (soweit nicht in einem eigenen Raum) ist für Besucher während der gesamten Zeit der Veranstaltung tabu. Das gleiche gilt für die Aussteller abgesehen von Registrierung (vor der Schau) und Tierversorgung (nach der Schau). Zutritt zum Tierbereich ist nur mit AUSDRÜCKLICHER ERLAUBNIS von den Schauverantwortlichen (Schauleitung) erlaubt. Die Käfige der Tiere dürfen von Besuchern weder hoch gehoben, noch über andere Ausstellungskäfige gehalten, noch von oben betrachtet, noch reingeblasen, noch mit Zigaretten oder Getränken sich daran angenähert werden.
8. Der Bereich der Ausstellungstiere ist nicht öffentlich (keine Messe!). Sobald die Tiere in den numerierten Ausstellungskäfigen sitzen, darf auch während der gesamten Schau der Bereich nur von den Schauverantwortlichen betreten werden. Das dient dem Schutz und Ruhe der Tiere!!!
9. Nur der Schauleitung, Preisrichtern und Assistenten ist der Zutritt hinter dem Schautisch während der Schau erlaubt.
10. Die Entscheidungen der Preisrichter sind unanfechtbar. Sollten Sie zu einer Entscheidung Fragen haben, so klären Sie diese direkt mit dem Preisrichter und der Schauleitung in den Pausen oder NACH der Schau.
11. Wenn Preisrichter ihre Entscheidungen erläutern ist es eine Frage der Höflichkeit währenddessen UNBEDINGTE RUHE zu wahren, das Sprechen einzustellen und Zuzuhören. Um private Konversationen zu führen, verlassen Sie bitte den Ausstellungsraum und gehen in die angrenzenden Gesellschaftsräumlichkeiten.
12. RAUCHVERBOT! für den gesamten Ausstellungsraum. Dies ist zum Wohl der Tiere und anderen Besucher. Ausserdem beeinträchtigen auch die kleinsten Rauchschwaden die Beurteilung unter den Bewertungslampen.
13. Die Kleidung der Zuschauer muss farbneutral sein, v.a. in den ersten Reihen. Das gilt insbesondere für Rottöne aller Varianten: Kein Rot, kein Dunkelrot, kein Rostrot, kein Rosa... Farbreflexionen beeinträchtigen die Beruteilung der Preisrichter.
14. DIE TIERE VERSORGEN NICHT VERGESSEN! Jeder Aussteller sollte nach Beendigung des Preisrichtens, das Wohlbefinden seiner Tiere überprüfen und sie ausreichend mit Nahrung und Flüssigkeit (z.B. Apfelstückchen) versorgen. Bitte beachten: Heufütterung und Wasser ist verboten. Die Chins sollten eine Schüssel Ihrer gewohnten Pellets bekommen, und für die Flüssigkeitsaufnahme bereits an ein Stückchen frischen Apfel gewöhnt sein. Der Aussteller ist verpflichtet entsprechende Nahrungsmittel für seine Tiere selbst mitzubringen.
15. Am Verkaufstag können ChinProdukte, Publikationen, Zeitschriften, Kalender usw. angeboten werden. Dafür ist vorab die Anmeldung bzw. Erlaubnis beim Schauveranstalters einzuholen. Der Schautisch ist keine Werbe- oder Verkaufsfläche!
16. Während des Preisrichtens sollen die Zuschauer bitte auf ihren Plätzen bleiben. Aus Höflichkeit den anderen Zuschauern gegenüber ist darauf zu achten den hinteren Reihen während des Preisrichtens nicht die Sicht zu versperren! (z.B. durch Fotoaktionen oder private Erläuterungen zu einzelnen Tieren auf dem Schautisch während des offiziellen Preisrichtens).
17. Fotos dürfen nur nach Anfrage und ausdrücklicher Genehmigung durch die Schauleitung gemacht werden. Diese behält sich vor während des Preisrichtens z.B. Blitzlichtaufnahmen generell zu untersagen. Der Schautisch ist keine Auflagefläche für Fotokameras und kein Ersatz für ein Fotostativ!
18. Keine Ankündigung auf dem Internet (Datum, Ort) ohne die ausdrückliche Genehmigung der Schauleitung
19. Eine Ausschreibung auf dem Internet ist NICHT gleich eine Einladung. In jedem Fall ist eine persönliche Anmeldung (als Aussteller UND als Besucher ohne Ausstellungstiere) bei der Schauleitung erforderlich (→ Planung für Sitzplätze, Essen, Ausstellungskäfige, etc.).
Unser CI Tipp:
Professionelle Schauen waren viele Jahre geschlossene Veranstaltungen und Teilnahme nur auf schriftliche Einladung erlaubt (Hobbyleute ausgeschlossen). Es sind professionelle Schauen und keine Hobby-Events. Wenn man als Neuling nicht weiss, wie man sich auf diesen lang etablierten Veranstaltungen verhalten soll: zuerst mal sich bei der Schauleitung anmelden und vorstellen, dann still zusehen, beobachten, lernen... Man darf sich in meiner Erfahrung bei Unsicherheiten jederzeit gerne bei den Schauassistenten und Verantwortlichen vorstellen und nachfragen.
Weitere deutsch-sprachige Infos zum Thema finden Sie unter:
Weitere Info zum Thema Schauen: